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Berlin & Brandenburg Misshandelt und in die Oder gestoßen? Prozess in Frankfurt

Ein Kommentar zur Strafprozessordnung liegt auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Eine Frau in Frankfurt wird misshandelt und anschließend in die eiskalte Oder gestoßen. Nur mit Glück kann sie sich selbst retten.

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Weil zwei Frauen eine andere in die eiskalte Oder gestoßen haben sollen, müssen sie sich vom kommenden Montag an vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vorbestraften Angeklagten im Alter von 19 und 31 Jahren versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

Mehrere Personen, neben den beiden Angeklagten auch drei Männer und eine weitere Frau, sollen dem zur Tatzeit 33-jährige Opfer am Abend des 7. Januar 2019 zunächst auf der Straße nahe des Lenné-Parks in Frankfurt aufgelauert und es unter einem Vorwand in eine Wohnung verschleppt haben. Dort wurde die Frau von der Gruppe laut Anklage misshandelt und bestohlen. Unter anderem sei ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen und eine Ecstasy-Tablette verabreicht worden, heißt es in der Anklageschrift. Zudem hätten die Täter ihr das Handy und den Wohnungsschlüssel abgenommen.

Die Misshandlungen sollen dann in der Wohnung der 33-Jährigen fortgesetzt worden sein. Unter anderem seien ihr die Haare abrasiert, eine weitere Ecstasy-Pille verabreicht und Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden, so die Anklage. Die Gruppe habe zudem den Fernseher, einen Laptop, weitere Wertgegenstände im Wert von 700 Euro sowie Ausweisdokumente gestohlen.

Anschließend soll die Frau gezwungen worden sein, ihre Angreifer an die Oder zu begleiten, wo sie in den Fluss gestoßen wurde. Von der starken Strömung wurde sie laut Anklage zunächst 110 Meter mitgerissen, bevor es ihr gelang, sich an einer Leiter am Ufer aus dem drei Grad kalten Wasser zu ziehen. Sie sei nur knapp dem Tode entkommen, hatte es im Januar aus Ermittlerkreisen geheißen.

Die Polizei kam der sechsköpfigen Gruppe schnell auf die Spur - auch, weil das Opfer offenbar fünf der Tatverdächtigen kannte und benennen konnte. Die beiden angeklagten Frauen sitzen bereits seit dem 8. Januar in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt zehn Verhandlungstage bis Januar 2020 anberaumt.

Ursprünglich war noch eine weitere Frau mitangeklagt. Sie soll beim Mordversuch an der Oder dabei gewesen sein. Ihr Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung wurde abgetrennt und wird später verhandelt. Die drei weiteren mutmaßlichen männlichen Mittäter müssen sich in einem gesonderten Verfahren vom 29. Oktober an unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes verantworten.

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