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Berlin & Brandenburg Müller kündigt härtere Einschnitte im Arbeitsleben an

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

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Berlin (dpa/bb) - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet von den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise vor allem weitere Einschnitte im Arbeitsleben. Es gebe bisher sehr harte Maßnahmen im Familienleben, da sei ein "Ende der Fahnenstange" erreicht, daher müsse man andere Bereiche wie das Wirtschaftsleben in den Blick nehmen, sagte Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, am Dienstag im "ARD-Morgenmagazin". Im Arbeitsbereich gebe es noch "viel mehr Spielraum". Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde dazu einen Vorschlag machen.

"Es gibt auch Produktionsbereiche, wo wir wissen, dass Arbeitnehmer auch zur Arbeit müssen", sagte Müller. Aber es gebe auch noch Spielraum. "Wir haben von Seiten der Länder schon mit überlegt, wie wir diese Präsenzpflicht praktisch aufheben können, die wir umdrehen und sagen, die Arbeitgeber müssen begründen, warum Arbeitnehmer dringend zum Arbeitsplatz kommen müssen und warum es nicht auch von zu Hause aus geht."

Müller argumentierte, es gebe derzeit viel mehr Leben auf den Straßen als im März und April. Damals hätten deutlich mehr Arbeitgeber die Möglichkeit des Homeoffice angeboten. Viele würden das jetzt nicht mehr machen. Dadurch würden zu viele Kontakte entstehen, die dringend reduziert werden müssten.

Auch in der Berliner Verwaltung müsse man da noch besser werden, gab Müller zu. Berlin habe bereits einiges deutlich heruntergefahren, "aber das kann und wird noch weiter reduziert werden".

Müller geht davon aus, dass bei der Bund-Länder-Schalte am Dienstagnachmittag auch über eine Verschärfung der Maskenpflicht gesprochen werde. "Ob es wirklich verpflichtend die FFP2-Maske sein muss oder ob nicht diese OP-Masken, diese medizinischen Masken reichen, das wird heute auch noch einmal diskutiert", sagte er. "Die Experten haben uns gestern gesagt, dass diese einfacheren Varianten auch schon deutlich mehr Schutz bieten als die normalen Stoffbedeckungen, die jetzt noch viele tragen."

Auch das Thema strengere Ausgangsbeschränkungen dürfte noch ein Thema sein: "Es ist ja die Frage, macht man ganz hart zu ab einer bestimmten Uhrzeit. Und ich glaube, das werden die Bundesländer auch entscheiden wollen anhand der Infektionszahlen in den einzelnen Ländern. Die sind ja doch sehr unterschiedlich", so der Regierende Bürgermeister. "Dort wo die Zahlen sehr hoch sind und man gute Erfahrungen gemacht hat mit Ausgangssperren, wird es sicherlich die Möglichkeit geben, das auch weiter umzusetzen, aber nicht verpflichtend für alle."

Vor den Beratungen von Bund und Ländern (14.00 Uhr) zeichnete sich eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis in den Februar hinein ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag gesagt: "Es ist besser, wenn wir jetzt zusammen noch die nächsten zwei, drei, vielleicht vier Wochen die Zahlen deutlich runterbringen, Kontakte reduzieren."

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