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Berlin & Brandenburg Mutter und Sohn bei Brand schwer verletzt: Prozess

Eine Figur der blinden Justitia an der Fassade eines Gerichts.

(Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Er soll die Wohnung der Familie angezündet haben, um seine Frau und seinen Sohn zu töten: Gegen einen 68-Jährigen hat am Berliner Landgericht der Prozess wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und besonders schwerer Brandstiftung begonnen. Die 56 und 22 Jahre alten Opfer waren bei dem Brand in einem Mehrfamilienhaus im August 2021 erheblich verletzt worden. Der Angeklagte gab zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag zu, Benzin angezündet zu haben. Er habe allerdings "keine Ahnung, wie es passieren konnte". Er habe "scheinbar völlig gedankenlos" gehandelt.

Laut Anklage soll der Familienvater bereits längere Zeit darüber nachgedacht haben, seine Ehefrau und seinen jüngeren Sohn zu töten, "da er sich durch sie unverstanden und schlecht behandelt fühlte". Nach einer schlaflosen Nacht habe er gegen Morgen beschlossen, den Plan umzusetzen. Der 68-Jährige habe aus dem Keller des Hauses in Berlin-Spandau zwei Kanister Benzin geholt. In dem Wissen, dass seine Frau und sein Sohn schlafen würden, habe er Benzin verschüttet und angezündet.

Die Ehefrau war den Ermittlungen zufolge durch ein Geräusch aufgewacht. Als sie die Flammen sah, habe sie aus dem Fenster über das Dach flüchten können. Der Sohn sei durch das Feuer im Schlaf überrascht worden. "Auch er konnte sich letztlich aus dem brennenden Zimmer retten", heißt es in der Anklage. Beide Opfer hätten erhebliche Verbrennungen erlitten. Der Sohn habe in Lebensgefahr geschwebt und sei zeitweilig in ein künstliches Koma versetzt worden.

Der deutsche Angeklagte wurde noch am Tatort festgenommen. Damals soll er gegenüber einer Polizistin erklärt haben, er leide an Depressionen, seine Frau würde seine Probleme nicht ernst nehmen. Vor Gericht erklärte der Mann, er sei nach "vermutlich kurzem Schlaf" aufgestanden, habe Kanister mit wenig Benzin geholt, es vor den Zimmertüren vergossen und angezündet. Er habe möglicherweise geträumt - "ich habe bestimmt zu keinem Zeitpunkt gedacht, dass ich jemanden töten oder verletzen will". Was geschehen ist, bedauere er sehr. Der Prozess wird am 28. Februar fortgesetzt.

Quelle: dpa

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