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Berlin & Brandenburg Nach Angriff auf ZDF-Team neuer Zeugenaufruf

Die Ausrüstung eines Kamerateams liegt nach einem Übergriff zwischen Alexanderplatz und Hackescher Markt auf dem Boden. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild

(Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild)

Berlin (dpa/bb) - Nach dem Angriff auf ein ZDF-Kamerateam am 1. Mai in Berlin hat das Landeskriminalamt einen neuen Zeugenaufruf gestartet. Wer Foto- oder Videoaufnahmen von der sogenannten Hygiene-Demonstration an dem Tag im Bereich des Rosa-Luxemburg-Platzes habe, sollte sich melden, bat die Polizei am Freitag. Es wird vermutet, dass sich die Angreifer vor der Attacke dort aufgehalten haben könnten.

Das Team wurde laut Polizei von einer größeren Gruppe überfallen. Bis zu 25 dunkel oder schwarz gekleidete Angreifer könnten geplant vorgegangen sein. Sie hätten in Kleingruppen auf das Team eingetreten und eingeschlagen, zum Teil auch mit Metallstangen. Während ihrer Flucht sollen sie ihre Kleidung ausgezogen oder gewechselt haben.

Zu dem Fernsehteam gehörten vier ZDF-Mitarbeiter und drei private Wachleute. Ein 50-Jähriger wurde bis zur Bewusstlosigkeit getreten. Eine 41-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 35 und 59 Jahren erlitten ebenfalls Verletzungen. Drei Männer blieben unverletzt.

Die Ermittler fragen nun, wer auf dem mutmaßlichen Fluchtweg am 1. Mai etwa zwischen 16.00 und 17.00 Uhr in der Rochstraße, an der Spandauer Brücke, in der Oranienburger Straße sowie im Monbijoupark und im James-Simon-Park etwas Verdächtiges beobachtet habe. Melden sollten sich auch die beiden Personen, die einen Polizisten auf eine weggeworfene Jacke im Monbijoupark aufmerksam machten. Die Polizei hatte sechs Verdächtige, die zum Teil zur linken Szene gehören sollen, festgenommen und wenig später wieder entlassen, weil sie nicht genug Beweise in der Hand hatte.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der dpa, die Auswertung der bisherigen Hinweise laufe weiter, in der Sache gebe es aber noch nichts Neues. Gesichert wurden demnach auch DNA-Spuren, die jetzt ausgewertet würden.

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