Regionalnachrichten

Berlin & Brandenburg Neues Portal soll Interesse an Lausitz wecken

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Der Strukturwandel in der Lausitz ist wegen des geplanten Stopps für die Kohleverstromung in vollem Gange. Mit einem Internetauftritt sollen neue Fachkräfte für die Region gewonnen werden.

Cottbus (dpa/bb) - Ein neues Internetportal www.echt-lausitz.de soll mehr Interesse an der Entwicklung in der Lausitz wecken und so auch den Zuzug von Fachkräften befördern. Das Projekt ist eine Initiative der regionalen Wirtschaft, um die Region sichtbarer und "good news" bekannter zu machen, die im Alltag häufig nach wenigen Tagen untergingen, sagte Ideengeber Ralf Henkler, Leiter der Wirtschaftsregion Brandenburg Süd-Ost beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Deutschen Presse-Agentur.

Das unabhängige Portal "echtLAUSITZ" sei auch als Orientierung für Unternehmen gedacht, die deutschlandweit Personal suchten. "Wir brauchen Fachkräfte in der Lausitz. Die Unternehmen sollen mit dem Portal etwas an die Hand bekommen", sagte der Wirtschaftsexperte. Es gehe um ein positives Image der Region.

Auf dem Internetportal sind "gute Nachrichten" aus der Lausitz unter verschiedenen Rubriken zu finden. Unternehmen, Verbände, Institutionen, aber auch Einzelpersonen können "News" und "Storys" einreichen. Eine unabhängige Jury legt jede Woche fest, welche Beiträge eingestellt werden.

Das Besondere an der Idee: Zusammen mit der Internetseite wurde der "echtLAUSITZ-Button" entwickelt, der in jede Signatur und Homepage integriert, sowie für jede Stellenausschreibung und Kampagne genutzt werden kann. Der Quellcode kann kostenlos heruntergeladen werden.

Auf die Idee des Portals "echt-LAUSITZ" " kam der Wirtschaftsfachmann, als er im vergangenen Jahr feststellte, dass bei den Paralympics in Tokio Athleten aus Cottbus zehn von insgesamt 45 deutschen Medaillen geholt hatten. Dies sei in der Öffentlichkeit so gut wie nicht wahrgenommen worden, meint Henkler.

Für den Projektmanager und auch für zahlreiche Arbeitgeber, darunter das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus, sei die Lausitz eine "Chancenregion". Von ersten Unternehmen werde der "echt-LAUISITZ Button" bereits genutzt. Auch das Klinikum und die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) möchten den Button verwenden, um die Botschaft zu vermitteln: "Hier passiert eine ganze Menge".

Das Image der zweitgrößten Stadt Brandenburgs verbessere sich zunehmend, schätzt Henkler ein. Schon jetzt nehme die Zahl der Bewerbungen für die vielen neu zu besetzenden Stellen in den zuletzt angesiedelten Wissenschaftsinstituten deutlich zu. Vor zwei Jahren sei das noch wesentlich schwerer gewesen.

"Es spricht sich langsam herum, das Cottbus der "Place to be" ist", so der Experte. Henkler macht vor der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt an diesem Sonntag (9.10) klar. "Die Wirtschaft hier bringt nur ein weltoffenes Klima voran. Dafür brauche es keinen Oberbürgermeister einer Partei, die ausgrenzend denkt und Angst schürt", machte Henkler klar. Zur Stichwahl treten SPD-Kandidat Tobias Schick und der AfD-Bewerber Lars Schieske an.

Henkler ist optimistisch, was die Zukunftschancen der Region angeht. "Wir schrumpfen nicht mehr, wir wachsen - ein Paradigmenwechsel findet statt." Er kenne immer mehr Unternehmen, die auch Rückkehrer einstellten, berichtet der Unternehmer. Auch diese will Henkler motivieren, ihre Geschichten auf dem neuen Portal zu erzählen.

Seine eigene Geschichte könnte dazugehören. Der Wirtschaftsfachmann betreut seit 2015 eine syrische Familie mit vier Kindern - Henkler nennt es Herzensanliegen, "um eine in alle Richtungen offene Willkommenskultur erlebbar zu machen."

Quelle: dpa

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