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Berlin & Brandenburg Oberspreewald-Lausitz beschließt schärfere Corona-Maßnahmen

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

(Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild)

Im Süden Brandenburgs sind die Corona-Infektionszahlen nach wie vor am höchsten. Schwerpunkt ist der Kreis Oberspreewald-Lausitz. Sein Landrat reagiert mit einer Verfügung auf die kritische Lage.

Senftenberg (dpa/bb) - Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist derzeit Corona-Schwerpunkt in Brandenburg - vom kommenden Montag an sollen dort deshalb schärfere Maßnahmen gelten. Die Beschränkungen umfassen den Schulbetrieb, das Besuchsrecht in Pflegeheimen und Bestattungen, wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte. Zudem soll ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit gelten. Die strengeren Auflagen sollen an diesem Freitag in einer Allgemeinverfügung veröffentlicht werden. Das größte Krankenhaus in der Region ist bei der Betreuung von Covid-Patienten nach eigenen Angaben am Rande seiner Kapazitäten.

Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Kommune 76 neue Ansteckungen registriert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen stieg auf einen Wert von 331,9 - nach 317,3 am Vortag.

Vom kommenden Montag an soll an Grundschulen in den Gebäuden das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gelten, nicht allerdings im Außenbereich. Schüler an weiterführenden Schulen sollen in kleinere Lerngruppen aufgeteilt werden und Wechselunterricht erhalten. Der Sportunterricht ist per Allgemeinverfügung untersagt. In stationären Pflegeeinrichtungen ist höchstens ein Besucher je Patient oder Bewohner täglich für maximal eine Stunde zulässig. Bestattungen dürfen nur im engsten Familienkreis stattfinden; unter freiem Himmel sind nur 25 Menschen erlaubt. Zudem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Landrat Siegurd Heinze (parteilos) bezeichnete die Lage in der Gesundheitsversorgung als "äußerst angespannt". "Unser Krankenhaus kommt trotz Aufstockung der Intensivbetten an seine Kapazitätsgrenze. Wir müssen handeln, sonst kollabiert das Gesundheitswesen und damit gegebenenfalls das öffentliche Leben." Heinze appellierte an die Bevölkerung, sich an die Bestimmungen der Allgemeinverfügung sowie an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten.

Der Leiter des Zentrums für Intensiv- und Notfallmedizin am Klinikum Niederlausitz, Volkmar Hanisch, schilderte eine angespannte Situation für die Mitarbeiter. Beim Personal komme das kommunale Klinikum an den Rand der Kapazitäten, sagte der Chefarzt der Deutschen Presse-Agentur. Das Krankenhaus hatte am Dienstag eine komplette Station für Covid-Patienten umgebaut.

Personal muss laut Hanisch zur Versorgung der Covid-Patienten aus anderen Stationen umgesetzt und geplante Operationen zurückgestellt werden. Akute Notfälle würden aber betreut. Dem Mediziner zufolge liegen derzeit 47 Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus in Senftenberg, deren Pflege sehr aufwendig sei. Bei mehr als 50 Patienten werde die Lage schwierig. Hanisch erhofft sich von den schärferen Maßnahmen des Landkreises eine Eindämmung der Infektionen.

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