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Berlin & Brandenburg Organisationen brauchen mehr Geld für Katastrophenschutz

Das Logo des DRK. Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild

(Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Hochwasser, Stromausfälle oder Waldbrände kann die Feuerwehr alleine nicht immer bewältigen. Dann müssen Rotes Kreuz oder Johanniter mit ehrenamtlichen Helfern ran. Der Staat stellt dabei Fahrzeuge und Material. So ist der Plan. Aber die Organisationen sind sauer.

Berlin (dpa/bb) - Das Rote Kreuz (DRK) und andere Berliner Hilfsorganisationen haben vom Berliner Senat mehr Geld für die Erfüllung ihrer Aufgaben im Katastrophenschutz gefordert. Wegen völlig überalterter Fahrzeuge und baufälliger Gebäude sei die Lage inzwischen wirklich ernst, sagten Vertreter des DRK, des Arbeiter Samariter Bundes (ASB), des Malteser Hilfsdienstes und der Johanniter Unfallhilfe am Freitag. Die Einsätze für Katastrophenschutz hätten zugenommen, es gebe mehr Hitzewellen, Stürme und Hochwasser, dazu kämen die Hilfseinsätze etwa bei der Flüchtlingsbewegung 2015 und dem Terroranschlag 2016. Trotzdem zahle das Land seit Jahren viel zu wenig Geld für den Katastrophenschutz, obwohl der eine staatliche Aufgabe sei.

Derzeit erhalten die vier Organisationen sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) insgesamt etwa 150 000 Euro im Jahr. Das decke nur einen Bruchteil der laufenden Kosten, kritisierten die Vertreter. Der größte Teil würde durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Sie verlangten vom Senat eine Million Euro im Jahr als Zuschuss für die laufenden Kosten sowie einmal zwei Millionen Euro für die Sanierung von Gebäuden und für neue Fahrzeuge. Am Montag wird im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses über den neuen Finanzplan des Landes Berlin für diesen Bereich beraten.

Die Hilfe im Katastrophenfall wird außer von den Feuerwehren oder dem Technischen Hilfswerk des Bundes auch von den privaten Hilfsorganisationen und ihren ehrenamtlichen Mitgliedern gewährleistet. Dabei geht es besonders um Unterbringung, Versorgung und Behandlung von Menschen zum Beispiel in Notunterkünften. Dafür stellt etwa das Land Berlin Fahrzeuge und Material bereit und zahlt einen Anteil an den laufenden Kosten.

Nun klagten die Organisationen, die meisten Autos und Transporter seien mehr als 20 Jahre alt. Viele seien bereits ausgemustert und von dem Bestand müssten 30 bis 50 Prozent in den nächsten Jahren aussortiert werden. In die Materiallager regne es rein, Heizungen seien kaputt. Eine Feldküche von 1968 müsse immer noch benutzt werden. "Junge Menschen für die ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen, ist bei diesen katastrophalen Bedingungen kaum möglich", sagte die DRK-Landesgeschäftsführerin Gudrun Sturm.

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