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Berlin & Brandenburg Platz in Spandau wird nach Nazi-Widerstandsgruppe benannt

Raed Saleh (SPD), Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

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Berlin (dpa/bb) - Ein Platz in Berlin-Spandau wird nach der Widerstandsgruppe Weiße Rose benannt. Er liegt in der Wilhelmstadt in unmittelbarer Nähe des früheren Gefängnisses der alliierten Mächte nach dem Zweiten Weltkrieg. Dort war unter anderem Rudolf Heß inhaftiert, der beim Hauptkriegsverbrecherprozess in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

"Der Platz hatte bisher keinen Namen", sagte Berlins SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, am Freitag. "Ab Samstag soll er Platz der Weißen Rose heißen." Die Idee, ihm einen Namen zu geben, geht auf Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) zurück, den Namen hatte Saleh vorgeschlagen.

Eine Mehrheit der Bezirksversammlung hat dem zugestimmt. "Kein anderer Name würde diesen Platz besser prägen", sagte Saleh. In dem bereits im 19. Jahrhundert erbauten Gefängnis seien in der Zeit des Nationalsozialismus politische Gegner gefoltert und ermordet worden. Die Weiße Rose war eine Gruppe von Nazigegnern um die Geschwister Sophie und Hans Scholl, die 1943 hingerichtet wurden.

Heß, einer der führenden Nationalsozialisten, hatte sich am 17. August 1987 in seiner Zelle selbst getötet. Neonazis hatten rund um den 17. August immer wieder in Spandau demonstriert. "Sie haben den Platz als Pilgerstätte genutzt", sagte Saleh. Er träume davon, dass der Platz der Weißen Rose nun ein Ort werde, an den Schulklassen gehen - etwa um sich über den Wert der Freiheit zu unterhalten.

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