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Berlin & Brandenburg Polizist vor Tod gefilmt: "Abscheulich und unerträglich"

Barbara Slowik, Polizeipräsidentin in Berlin. Foto: Paul Zinken/dpa

(Foto: Paul Zinken/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei geht gegen ein Video im Netz vor, auf dem ein verunglückter Polizeibeamter zu sehen ist. Der Kollege habe gesundheitliche Probleme gehabt und habe in der Folge in der Nacht zum Mittwoch im Stadtteil Pankow einen Unfall mit dem Einsatzwagen gehabt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Der Polizist sei kurz nach der Aufnahme gestorben. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und teilte mit: "Dieses Video ist abscheulich, die Veröffentlichung unerträglich! Es macht mich fassungslos und wütend."

Auf dem inzwischen gelöschten Video ist zu sehen, wie der Beamte nach dem Unfall hinter dem Steuer des Polizeiwagens sitzt und unkoordiniert mit den Händen gestikuliert. Eine Person, die offensichtlich filmt, verhöhnte den Beamten.

"Die Verbreitung dieses Videos ist geschmacklos & strafbar. Ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung wird geprüft", hieß es in einem Tweet der Polizei. Auch der Sprecher des Landesbezirks Berlin der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, äußerte sich entsetzt: "Dass derartige Aufnahmen aus der reinen Gier nach Klicks und Aufmerksamkeit auf Social Media verbreitet werden, zeigt einen mittlerweile stark verbreiteten digitalen Narzissmus, der strafrelevante Folgen haben muss."

Der Videomitschnitt werde ausgewertet, um die Urheberschaft festzustellen und Hinweise auf mögliche weitere Personen zu bekommen, erklärte der Polizeisprecher. Zudem kontaktiere das Social-Media-Team der Polizei die Menschen, die den Mitschnitt geteilt hätten - mit der Bitte diesen zu löschen.

© dpa-infocom, dpa:211118-99-52005/4

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