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Berlin & Brandenburg Protest von Obdachlosen: Polizei räumt besetzte Wohnungen

Mehrere Streifenwagen der Polizei stehen aufgereiht nebeneinander. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei hat am Donnerstagabend ein besetztes Haus im Bezirk Mitte geräumt. Die Beamten hätten 19 Hausbesetzer aus der Immobilie geführt, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzungen für die Räumung wie ein Strafantrag des Eigentümers wegen Hausfriedensbruchs lagen laut Polizei vor. Vor dem Haus in der Habersaathstraße habe es eine Kundgebung mit 100 Teilnehmern gegeben. Ob es auch zu Sachbeschädigung im Haus kam, sei unklar.

Obdachlose und Aktivisten haben nach eigenen Angaben am Donnerstag acht leerstehende Wohnungen im Haus besetzt. Nach Angaben der Initiative "Leerstand Hab ich Saath" hielten sich jeweils zwei bis drei Menschen in jeder dieser Wohnungen auf. Ob sie die Türen mit Gewalt öffneten, wollte ein Sprecher der Initiative nicht sagen.

Die Initiative will nach eigenen Angaben in der Pandemie auf fehlenden Raum für wohnungslose Menschen aufmerksam machen. Um das Haus in der Habersaathstraße, das mehrmals verkauft wurde, gebe es seit langem Zwist. 2018 habe der aktuelle Eigentümer den verbliebenen Bewohnern gekündigt und den Abriss angekündigt, heißt es bei der Initiative.

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte unterstützte im Juni die Forderungen der Interessengemeinschaft Habersaathstraße. Der Erhalt des Wohngebäudes müsse mit der schnellstmöglichen Beendigung des dortigen Wohnungsleerstandes und der Vermietung der Wohnungen einhergehen. Ein großer Teil der Wohnungen steht nach Angaben der Initiative aber weiterhin leer.

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