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Berlin & Brandenburg Prozess: Angeklagter lehnt Gutachter und Richter ab

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/archivbild

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Berlin (dpa/bb) - Im Prozess um den tödlichen Messerangriff gegen den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat der Angeklagte den Vorsitzenden Richter und den psychiatrischen Gutachter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Er sehe sich zu diesem Schritt gezwungen, hieß es am Mittwoch in der von einem Verteidiger verlesenen Begründung des 57-Jährigen. Das Landgericht Berlin unterbrach zur Prüfung der Anträge die Verhandlung zunächst für eine Stunde. Ob danach die ursprünglich geplanten Plädoyers beginnen können, war noch offen. Auch ein Urteil sollte nach bisherigen Planungen am inzwischen achten Prozesstag verkündet werden.

Der jüngste Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker war am 19. November 2019 durch einen massiven Stich in den Hals gegen Ende eines Vortrags in der Schlossparkklinik Berlin getötet worden. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen. Dem geständigen Angeklagten aus Rheinland-Pfalz werden Mord an dem Professor sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt. Der Beamte, der privat zu dem Vortrag des Mediziners gekommen war, wollte den Angreifer stoppen und war schwer verletzt worden.

Einem psychiatrischen Gutachter zufolge war der Angeklagte bei der Tat wegen einer Zwangsstörung in seiner Steuerungsfähigkeit vermindert schuldfähig. Der 57-Jährige erklärte mehrfach im Prozess, er habe nicht aus einem Wahn heraus gehandelt. Die Schuldfähigkeit ist ein zentraler Punkt in dem Prozess.

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