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Berlin & Brandenburg Prozess gegen Kindermörder: Anwalt will weitere Zeugen hören

Silvio S. steht in Handschellen und einer Aktenmappe vor seinem Gesicht in einen Verhandlungssaal des Landgerichtes Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

(Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

Potsdam (dpa/bb) - Im Prozess gegen den Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) will der Anwalt der Schwester eines Opfers weitere Zeugen hören. Insgesamt stellte Rechtsanwalt Andreas Schulz, der die Schwester des getöteten Jungen Mohamed vertritt, sieben Beweisanträge. Sie tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Zeugen sollen vernommen werden, eine weitere Akte beigezogen und Handygespräche des Angeklagten ausgewertet werden, wie Gerichtssprecher Sascha Beck sagte.

Zudem reichte der Anwalt einen Befangenheitsantrag gegen den Sachverständigen ein. Ein zuvor gegen den Vorsitzenden Richter gestellter Antrag wegen Befangenheit hatte der Anwalt zurückgenommen. Bis zum nächsten Verhandlungstag am kommenden Freitag will das Gericht über die Anträge entscheiden. Eigentlich sollte an diesem Tag ein Urteil ergehen. Der letzte Prozesstag soll nun der 28. Juni sein.

Der mittlerweile 36-Jährige hatte im Jahr 2015 die Kinder Elias und Mohamed angelockt, missbraucht und getötet. Das Landgericht Potsdam verurteilte ihn wegen Mordes und Kindesmissbrauchs zu lebenslanger Haft. Die Richter lehnten jedoch eine Sicherungsverwahrung ab. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Revision beim Bundesgerichtshof ein, der dieser folgte. In dem Revisionsprozess geht es um die Frage, ob Silvio S. nach Verbüßung seiner lebenslangen Haft in Sicherungsverwahrung muss. Für die Sicherungsverwahrung muss nach dem Gesetz der Täter einen Hang zu weiteren schweren Straftaten haben und für die Allgemeinheit gefährlich sein.

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