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Berlin & Brandenburg Rakete mit Experimenten in der Schwerelosigkeit

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Sie haben Jahre auf diesen Tag hingearbeitet: Forscher aus Cottbus haben gemeinsam mit anderen Kollegen eine Rakete mit Experimenten ins All geschickt. Ein erster Start wurde durch den Ukraine-Krieg verhindert.

Cottbus (dpa/bb) - Mission geglückt: Eine Rakete mit Experimenten von Cottbuser Wissenschaftlern zur Strömungsforschung ist erfolgreich ins All geschickt worden. Das teilte der Forscher Christoph Egbers, Inhaber des Lehrstuhls Aerodynamik und Strömungsforschung an der BTU, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Rakete mit einem Experimentaufbau der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und weiteren drei Experimenten anderer Forschungseinrichtungen hob in Kiruna in Schweden ab und blieb für ungefähr sechs Minuten in der Schwerelosigkeit. Nach einem Flug von insgesamt 15 Minuten landete sie um 8.26 Uhr mit der Nutzlast sicher am Fallschirm auf felsigem Boden und konnte schnell geborgen werden.

Aus den während des Fluges übertragenen Daten und Bildern sei bereits erkennbar, dass das Experiment zur Strömungsforschung erfolgreich war, teilte Projektleiter Martin Meier in Kiruna mit. "Die eigentliche Auswertung erfolgt aber erst nach Erhalt der gesamten Daten aus dem Experimentmodul, die dort gespeichert wurden", erläuterte er. Ziel ist die Untersuchung des Wärme- und Stofftransports in einer Flüssigkeit unter Weltraumbedingungen. Mit den Erkenntnissen ließen sich beispielsweise Wärmetauscher in Kühlsystemen oder Satelliten optimieren, erklärte Forscher Egbers.

Die Mission war seit zwei Monaten vorbereitet worden. Die zweistufige 13 Meter lange Forschungsrakete erreichte eine Höhe von etwa 250 Kilometern. Die Forscher fieberten dem Start der Rakete in den Weltraum bereits ein zweites Mal entgegen. Ein geplanter erster Start am 28. Februar vom nordschwedischen Kiruna aus war wegen des Ukraine-Kriegs abgesagt worden. Der Startort liegt etwa 300 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Das BTU-Experiment ist eines von insgesamt vier Versuchsaufbauten auch anderer Forschungseinrichtungen, darunter aus Frankfurt am Main, Magdeburg, und Dresden. So sind ein physikalisches Experiment zur Strömungsmechanik, ein biologisches Experiment zur Erforschung des Verhaltens von Kalzium in der Schwerelosigkeit als wichtigem Stoff für den Knochenaufbau und ein Verbrennungsforschungsexperiment in der Höhenrakete untergebracht. Insgesamt etwa 40 Wissenschaftler, darunter auch von Airbus und dem DLR, arbeiten an der Mission.

Die BTU-Experimente unter dem Projektnamen "TEKUS" werden vom Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Kiruna ist meist Startplatz für Höhenforschungsraketen. Der Start der Forschungsrakete ist den Wissenschaftlern zufolge ein bislang einzigartiges Projekt, etwa sechs Jahre haben sie auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet.

Quelle: dpa

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