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Berlin & Brandenburg Rund 1000 Landwirte protestieren gegen Agrarpolitik

Brandenburger Bauern am Großen Stern. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Landwirte in Deutschland haben am Dienstag einen ernsthaften Dialog mit der Bundesregierung zur Zukunft der Landwirtschaft gefordert. Rund 1000 Brandenburger Bauern beteiligten sich an der Protestaktion in Form einer Sternfahrt nach Berlin. Ihre Forderungen richteten sich vor allem an die CDU.

Potsdam/ Berlin (dpa/bb) - Rund 1000 Brandenburger Bauern haben am Dienstag mit einer Sternfahrt zur Siegessäule in Berlin gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung protestiert. Sie forderten einen fairen und ernsthaften Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft. Die Initiative "Land schafft Verbindung" hatte zu der Protestaktion aufgerufen. "Es ist eine Bewegung, die die Landwirte über soziale Netzwerke selbst organisiert haben", sagte Landesbauernpräsident Henrik Wendorff. "Wir als Verband tragen ihren Gedanken mit, solange es um eine sachliche, gewaltfreie Diskussion geht."

Laut Angaben protestierten die Landwirte unter anderem gegen strengere Düngeregeln und gegen das geplante Insektenschutzprogramm der Bundesregierung. Zudem kritisierten sie das angekündigte Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, durch das sie einen Wettbewerbsnachteil befürchten. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die südamerikanischen Rindfleischproduzenten durch eine mögliche ganzjährige Weidehaltung einen Vorteil hätten, sagte Wendorff. Zudem entsprächen die Tierwohl- und Hygienestandards nicht den hiesigen.

Die Sternfahrt nach Berlin war einer von vielen deutschlandweiten Bauernprotesten am Dienstag. Bei der zentralen Kundgebung in Bonn hatten sich laut Polizeiangaben bis zum Mittag rund 6000 Teilnehmer eingefunden.

Brandenburger Bauernbundpräsident Marco Hintze bezeichnete die deutschlandweiten Proteste als "letzte Warnung an die CDU". Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner müsse sich demnach für eine Ablehnung des Mercosur-Handelsabkommens stark machen. Klöckner hatte vor Beginn der Proteste Verständnis für die Sorgen der Bauern geäußert. Zugleich wies die stellvertretende CDU-Chefin auf nötige Veränderungen in der Landwirtschaft hin.

Die Landwirte wissen laut Landesbauernpräsident Wendorff um die nötigen Veränderungen beim Umweltschutz aufgrund des Klimawandels. Allerdings dürften diese Veränderungen die Bauern nicht an den Rand ihrer Existenz bringen und müssten in einem gemeinsamen Dialog erarbeitet werden, betonte er.

Aufgrund der Sternfahrt mit über 450 Landwirtschaftsfahrzeugen kam es in Brandenburg zwischenzeitlich zur Vollsperrung auf der B1 bei Hoppegarten in Richtung Berlin. Weitere Verkehrsbeeinträchtigungen habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Rund 600 Brandenburger Polizisten seien im Einsatz gewesen. In Berlin sperrte die Polizei am Mittag den Großen Stern - der Endpunkt der Sternfahrt.

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