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Berlin & Brandenburg SPD-Schiedskommission verhandelt über Sarrazin-Ausschluss

Thilo Sarrazin (SPD), umstrittener Autor und früherer Finanzsenator von Berlin. Foto: Arne Dedert/Archivbild

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Berlin (dpa/bb) - Die SPD-Bundesspitze nimmt einen neuen Anlauf, um den umstrittenen Autor und ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin von der Partei auszuschließen. Heute verhandelt eine Schiedskommission in Berlin dazu, wie der Vorsitzende der SPD-Kreisschiedskommission Charlottenburg-Wilmersdorf ankündigte.

Sarrazin ist wegen migrationskritischer Äußerungen umstritten. Er selbst bestreitet den Vorwurf des Rassismus: Mit seinen Thesen einer schleichenden Spaltung der Gesellschaft durch die starke Zunahme von Einwanderern muslimischen Glaubens beschreibe er lediglich Zustände.

Falls in der mündlichen Verhandlung eine Entscheidung fallen sollte, muss das nicht unbedingt das letzte Wort sein. Gegen eine Entscheidung ist Berufung möglich, wie es von der Kommission hieß. Es ist der inzwischen dritte Versuch der SPD-Spitze, Sarrazin aus der Partei zu werfen.

Der 74-Jährige war von 2002 bis 2009 Finanzsenator in der Hauptstadt. Von Frühjahr 2009 bis Herbst 2010 war er Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.

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