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Berlin & Brandenburg SPD bei Bundestagswahl vor Sieg: AfD auf dem zweiten Platz

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Die SPD hat in Brandenburg bei der Bundestagswahl nach einem Zwischenergebnis die Nase klar vorn. Die CDU ist nur noch auf Platz drei. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz steht im Wahlkreis Potsdam vor einem klaren Ergebnis als Direktbewerber.

Potsdam (dpa/bb) - Die SPD steht in Brandenburg vor einem Wahlsieg bei der Bundestagswahl. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Wahlbezirke lagen die Sozialdemokraten mit 29,4 Prozent der Zweitstimmen deutlich vor der zweitplatzierten AfD mit 18,6 Prozent, wie der Landeswahlleiter am Sonntag auf seiner Internetseite mitteilte. Damit würde die SPD deutlich zulegen und die AfD leicht einbüßen. Die CDU kam nur noch auf Platz drei mit 15,3 Prozent, nachdem sie bei der Bundestagswahl 2017 noch die Nase vorn hatte vor AfD und SPD. Das wäre ihr schlechtes Ergebnis bei einer Bundestagswahl in Brandenburg. Die FDP lag bei dem Zwischenergebnis bei 9,3 Prozent, die Grünen kamen auf 8,8 Prozent und die Linke lag bei 8,4 Prozent.

In allen zehn Wahlkreisen lagen bei dem Zwischenergebnis die Direktkandidaten der Sozialdemokraten vorn. Dies galt auch für den Potsdamer Wahlkreis 61, in dem SPD-Kanzlerkanidat Olaf Scholz mit 33,9 Prozent deutlich vor Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 18,8 Prozent lag. Das Ergebnis war bundesweit mit Spannung erwartet worden, weil gleich zwei Kanzlerkandidaten um ein Mandat rangen. Zwischenzeitlich führten in zwei Südbrandenburger Wahlkreisen 64 (Cottbus - Spree-Neiße) und 65 (Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II) die AfD-Direktkandidaten vor denen der SPD.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) leitete für die SPD einen Regierungsauftrag ab. "Wir sind wieder da, Freunde!", sagte der SPD-Landeschef bei der Wahlparty der Sozialdemokraten in Potsdam. Es gehe darum, dass sich die Menschen auch in Zukunft eine Wohnung leisten könnten, von ihrer Rente leben könnten und das Klima geschützt werde, aber mit sozialem Augenmaß. "Das ist der Auftrag der Sozialdemokratie." Er sprach sich gegen eine rot-rot-grüne Koalition im Bund aus. "Ich habe nie viel von Rot-Rot-Grün auf Bundesebene gehalten, weil ich die Linken in der augenblicklichen Konstitution nicht für regierungsfähig halte." Die SPD sei aber bereit, mit "allen demokratischen Kräften" über eine Regierungsbildung zu sprechen. SPD und Linke regierten in Brandenburg bis 2019 zehn Jahre gemeinsam.

CDU-Landeschef Michael Stübgen gab sich angesichts erster Zahlen zuversichtlich, dass die Union den Kanzler stellen kann. "Wir haben im Verhältnis zu der Bundestagswahl 2017 viele Stimmen verloren. Das ist bitter", sagte Stübgen bei der CDU-Wahlparty in Potsdam. "Aber: Das Rennen ist noch längst nicht klar." Der Blick auf die Prognosen zeige, "dass wir eine enorme Aufholjagd geleistet haben von einem nahezu verlorenen Posten jetzt zu der Frage, dass noch nicht klar ist, wer kann Kanzler werden in Deutschland."

Die Grünen nahmen die Hochrechnungen mit gemischten Gefühlen auf. "Wir waren so gut wie noch nie, aber wir sind ein bisschen unter unseren Erwartungen natürlich auch zurückgeblieben", sagte die Landesvorsitzende Alexandra Pichl dem RBB. Die AfD zeigte sich zufrieden. Der Verlust sei verkraftbar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Dennis Hohloch, dem RBB. Das bestätige den Kurs der AfD. Die Linke zeigte sich enttäuscht. "Ich glaube, dass die Fehler weiter zurückliegen und nicht jetzt in den letzten Wochen des Wahlkampfs gemacht wurden", sagte Co-Parteichefin Anja Mayer dem RBB.

Für den Bundestag bewarben sich in Brandenburg 232 Kandidatinnen und Kandidaten, Landeslisten von 19 Parteien waren zugelassen. Vor vier Jahren holte die CDU 26,7 Prozent der Zweitstimmen in Brandenburg, gefolgt von der AfD mit 20,2 Prozent. Die SPD, die seit 1990 im Land mit wechselnden Partnern regiert, landete 2017 mit 17,6 Prozent auf Platz drei. Die FDP erreichte damals 7,1 Prozent, die Grünen lagen bei 5,0 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210926-99-370923/4

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