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Berlin & Brandenburg Serie von Wohnungseinbrüchen: Angeklagter kündigt Aussage an

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Nach einer Serie von Wohnungseinbrüchen hat am Berliner Landgericht ein Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer international agierenden Bande begonnen. Der 34-Jährige soll seit spätestens Mitte 2019 für die Organisation und Logistik einer Reihe von Einbrüchen zuständig gewesen sein. So soll er die Ein- und Weiterreise von reisenden Tätern koordiniert haben, die die Einbrüche ausgeführt hätten. Der Angeklagte kündigte am Mittwoch an, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde.

Dem 34-Jährigen werden neun Taten zwischen August und November 2019 zur Last gelegt, in drei Fällen sei es bei einem Versuch geblieben. Es seien Terrassen- oder Balkontüren aufgehebelt worden und vor allem Schmuck, Uhren, Bargeld und Computertechnik gestohlen worden. In einem Fall hätten die Einbrecher auch die Schlüssel für das vor dem Haus geparkte Fahrzeug der Opfer gefunden. Sie seien mit dem Auto geflüchtet. Insgesamt sei eine Beute im Wert von rund 100.000 Euro erlangt worden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zu einer Bande gehörte, die sich auf Wohnungseinbrüche in verschiedenen Ländern Westeuropas spezialisiert hatte. Seit spätestens Mitte 2019 habe er "als fester Bestandteil der Organisation" Einbrüche organisiert. Innerhalb der Bande habe er als "Infrastrukturgeber" in Berlin fungiert, heißt es in der Anklage. Er habe Fahrzeuge und Wohnungen beschafft, Einbrecher zu Tatorten gefahren, bei der Verwertung der Beute geholfen und für den Transfer der erlangten Erlöse nach Chile gesorgt.

Der Angeklagte hatte im Vorfeld des Prozesses in einem Brief an die zuständige Strafkammer mitgeteilt, dass er sich keiner Schuld bewusst sei. Er habe "Menschen, die im Elend leben, geholfen", heißt es in dem Brief, den der Vorsitzende Richter verlas. Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.

Quelle: dpa

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