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Berlin & Brandenburg Sterbehilfe-Urteil: Landesärztekammer mahnt zu Sensibilität

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Potsdam (dpa/bb) - Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe mahnt die Landesärztekammer Brandenburg zu Sensibilität bei dem Thema. Das oberste deutsche Gericht hatte am Mittwoch geurteilt, dass das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gegen das Grundgesetz verstößt. Kammerpräsident Frank-Ullrich Schulz erklärte am Donnerstag, es dürfe nicht sein, dass die organisierte Sterbehilfe zum Regelfall am Ende eines Lebens werde.

Mit dem Urteil in Karlsruhe sieht Schulz die gesellschaftliche Diskussion über Sterbehilfe neu eröffnet. Das Bundesverfassungsgericht habe damit einerseits dem Selbstbestimmungsrecht auch über den eigenen Tod zwar weiten Raum eingeräumt, sehe aber andererseits den Gesetzgeber weiterhin in der Pflicht, für die Beihilfe zur Selbsttötung klare Regelungen und möglicherweise auch Einschränkungen festzulegen.

Er begrüßte die Klarstellung der Richter, dass Ärzte nicht zur Mitwirkung an einer Selbsttötung verpflichtet werden können. "Unsere Aufgabe ist die Erhaltung des Lebens, die Wiederherstellung der Gesundheit, die Linderung von Leiden und der Beistand für Sterbende", so Schulz. Dabei werde auch das Selbstbestimmungsrecht der Patienten beachtet. Es gehöre aber grundsätzlich nicht zu den Aufgaben von Ärzten, an einem Suizid mitzuwirken.

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