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Berlin & Brandenburg Stiftung: Wildbienen sind effizienter als Honigbienen

Eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) schaut aus der Öffnung eines speziellen Brutröhrchens. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/aktuell

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/aktuell)

Vielen fällt beim Thema Bienen meist die Honigbiene ein. Dabei sind die Wildbienen beim Bestäuben genau so fleißig - die Arten aber weniger bekannt. Eine Stiftung macht auf ihre Bedeutung aufmerksam.

Falkensee (dpa/bb) - Zum Weltbienentag an diesem Donnerstag hat die Sielmann-Stiftung auf die Bedeutung der Wildbienen hingewiesen. Glockenblumen-Scherenbiene, Sandbiene, Wollbiene und die wohl bekannteste Wildbienenart - die Hummel - seien effiziente Bestäuber. "Wildlebende Insekten erreichen bei den meisten Pflanzen mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen sogar einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie Honigbienen, wie internationale Studien belegen", sagte Stiftungssprecherin Elisabeth Fleisch.

Die Naturstiftung schützt und schafft deutschlandweit Lebensräume in bestimmten Naturlandschaften und Biotopverbünden für Hunderte von Wildbienenarten - darunter in Brandenburg.

Je größer das Blütenangebot, umso größer ist laut Stiftung die Vielfalt der Wildbienen - in Deutschland gibt es über 570 Arten. "Die Mohnbiene beispielsweise klebt sich eine rote Tapete an die Nestwand", erzählte Fleisch. Andere wie die blau-schwarze Holzbiene seien bereits schon Anfang März unterwegs und sammelten Pollen - sogar bei Nieselregen.

Brandenburgs Kiefernwälder bieten mit Blick auf Klimawandel und Waldumbau immer wieder Diskussionsstoff - in diesen Wäldern mit reichlich Heidelbeersträuchern fühlt sich die Heidelbeer-Sandbiene (Andrena lapponica) besonders heimisch. Sie ernährt sich ausschließlich von Heidelbeer- oder Preiselbeerblüten und lebt in lichten Wäldern, Heiden und Mooren.

Deutschlandweit gehe die Heidelbeer-Sandbiene allerdings zurück, da einige ihrer Lebensräume wie Moore und auch lichte Waldstrukturen vielerorts verloren gingen, erzählte Hannes Petrischak, Leiter des Bereichs Naturschutz bei der Stiftung. Sie steht daher in der Roten Liste der Bienen Deutschlands auf der Vorwarnliste. Auch Wollbiene und Pelzbiene, die in Brandenburg vorkommen, sind bedroht.

Die Stiftung hat bereits Wanderbewegungen der Wildbienen durch den Klimawandel beobachtet. Arten die eigentlich eher im Süden und Südwesten beheimatet seien, beobachte man wegen der zunehmenden Temperaturen nun auch nördlicher.

Die Wildbienen zu erhalten - da können Gartenbesitzer helfen - etwa mit den sogenannten Insektenhotels, die nach Süden ausgerichtet sind. Ein nicht so aufgeräumter Garten könne auch helfen, sagt Fleisch. "Totholz einfach stehen lassen" - und nicht alles ganz kurz mähen oder zupflastern.

© dpa-infocom, dpa:210518-99-643031/2

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