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Berlin & Brandenburg Tierschützer für rechtliche Überprüfung von Zaun

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Potsdam (dpa/bb) - Nach dem Tierdrama an dem Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Nationalpark Unteres Odertal (Uckermark) fordern Tierschützer eine rechtliche Überprüfung. Trotz kurzfristig eingeleiteter Maßnahmen durch den Landkreis werde sich angesichts des im Frühjahr erwarteten Hochwassers die Situation kaum entschärfen lassen, kritisierte die Tierschutzorganisation Wildtierschutz Deutschland am Dienstag in einer Mitteilung. Der Zaun schränke die Lebensräume der Tiere erheblich ein.

Man habe in dieser Woche ein erstes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, teilte die Organisation mit. Durch eine alternative Zaunführung könnte Tierleid vermieden werden. In den vergangenen Wochen waren mehrere Rehe an den Schutzzäunen in der Uckermark verendet.

Unterdessen ist eine auf der Internetplattform change.org gestartete Petition von bereits mehr als 100.000 Unterstützern unterschrieben worden. Landrätin Karina Dörk (CDU) und Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sollen sofort die Versetzung des ersten, parallel zum Winterdeich errichteten Zauns zwischen Stützkow und Friedrichsthal auf etwa 22 Kilometern Länge veranlassen.

Bisher sorgt der Landkreis für die Schaffung von zwölf schmalen Durchlässen, die Rehe, aber nicht Wildschweine passieren können. Zusätzlich sollen an bestimmten Stellen Zaunabschnitte um 40 Zentimeter gestutzt werden. Rehwild kann die Höhe von dann 80 Zentimetern nach den Angaben des Landeskreises überwinden. Darüber hinaus werden bestimmte Tore nach wie vor geöffnet und täglich kontrolliert.

Die Fraktionen der Linken und von BVB/Freie Wähler wollen wegen der verendeten Tiere eine Sondersitzung des Landtags-Umweltausschusses vor Ort beantragen. Linksfraktionschef Sebastian Walter sagte: "Der Zustand, wie er jetzt ist, ist nicht hinnehmbar." Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion BVB/Freie Wähler, Christine Wernicke, sagte, dabei sollten sich die Abgeordneten einen Überblick verschaffen, ob solche Durchlässe ausreichten.

Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Anfang des Jahres auf das Schicksal der ertrunkenen und verletzten Wildtiere aufmerksam gemacht.

Der erste Ausbruch der ASP bei Wildschweinen in Deutschland wurde vom Landkreis Spree-Neiße offiziell Mitte September 2020 festgestellt. Die Virusinfektion befällt ausschließlich Wildschweine und Hausschweine. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Für den Menschen oder für andere Tierarten ist die Krankheit nicht gefährlich.

Quelle: dpa

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