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Berlin & Brandenburg Umbenennung von Iltisstraße gefordert: Kolonialismus-Bezug

Blick auf die Straßenschilder an der Ecke Iltisstraße / Lansstraße in Berlin-Dahlem.

(Foto: Bernd Wannenmacher/FU Pressestel)

Berlin (dpa/bb) - Gemeint ist nicht etwa das Tier, sondern ein Kanonenboot der Kaiserlichen Marine: Die Iltisstraße in Dahlem sollte laut einer Berliner Initiative umbenannt werden. Diese plädiert dafür, mit der Straße nahe der Freien Universität (FU) stattdessen an die frühere FU-Studentin und spätere erste Botschafterin Namibias in Deutschland, Nora Schimming, zu erinnern. Rund 80 Unterschriften von Unterstützern dieses Vorschlags wolle man am Donnerstag der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg (Grüne), und der Bezirksverordnetenversammlung zuleiten, sagte Mitinitiator Christian Walther der Deutschen Presse-Agentur.

Unter den gezielt angefragten Unterstützern sind nach Angaben der Initiative etwa FU-Präsident Günther Ziegler sowie mehrere seiner Vorgänger. Weitere Unterstützer kommen aus Wissenschaft, Politik und verschiedenen Organisationen. Darunter sind die frühere Ausländerbeauftragte der Bundesregierung Cornelia Schmalz-Jacobsen, Berlins frühere Sozialsenatorin Elke Breitenbach und der frühere Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner. Die Initiative hat nach eigenen Angaben weitgehend auf das Einbeziehen aktiver Politiker verzichtet, um eine Einordnung in Schubladen zu vermeiden.

Mit dem Kanonenboot Iltis wurde nach Angaben Walthers im Juni 1900 ein chinesisches Fort zusammengeschossen. Nach dem damaligen Kapitän Wilhelm Lans und nach dem Fort namens Taku seien die Nachbarstraßen benannt. Die drei Namen stünden "für eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des deutschen Kolonialismus", hieß es. Während der Name der Takustraße aus Sicht der Initiative mit zusätzlicher Erklärung belassen werden könnte, kursiere für die Lansstraße schon länger der Vorschlag einer Umbenennung nach dem Gründungsdirektor des John-F.-Kennedy-Instituts der FU, Ernst Fraenkel.

In der Iltisstraße befindet sich unter anderem die Studierendenverwaltung der FU. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen dem U-Bahnhof Dahlem-Dorf und zahlreichen Uni-Gebäuden.

Quelle: dpa

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