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Berlin & Brandenburg Umfrage: SPD trotz Einbußen stärkste Kraft: Minus für AfD

SPD-Fähnchen stecken in einem Krug. Foto: Daniel Karmann/dpa

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die Kenia-Koalition regiert in Brandenburg seit 100 Tagen. In einer neuen Umfrage kann sich die SPD auf Platz eins behaupten, hat aber Verluste. Die AfD kommt wieder auf Platz zwei, verliert aber prozentual noch mehr als die SPD.

Potsdam (dpa/bb) - Die SPD bleibt in Brandenburg 100 Tage nach dem Start der Kenia-Koalition nach einer neuen Umfrage stärkste Partei - trotz Verlusten. Sie kommt auf 22 Prozent, das sind 4,2 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl am 1. September, wie eine Befragung des Instituts Forsa für die "Märkische Allgemeine" aus Potsdam ergab. Die AfD ist demnach mit 18 Prozent weiter die zweitstärkste Kraft, verliert aber mit 5,5 Punkten noch stärker. Die CDU erreicht in der Sonntagsfrage 14 Prozent, das sind 1,6 Punkte weniger als bei der Wahl. Damit läge die Brandenburger CDU nur noch auf Platz fünf. Für sie ist das laut Zeitung der schlechteste Umfragewert seit 1990.

Linke, Grüne und Freie Wähler können in der Umfrage zulegen. Die Linke kommt demnach auf 15 Prozent - das sind 4,3 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl. Auch die mitregierenden Grünen erreichen 15 Prozent, das entspricht einem Plus von 4,2 Punkten. Seit November 2019 regieren SPD, CDU und Grüne gemeinsam unter Leitung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Die drei Parteien hätten damit weiter eine Mehrheit, die etwas unter dem Wert bei der Wahl läge. Die Freien Wähler kommen auf 7 Prozent, nach 5 Prozent im September. Die FDP würde laut der Umfrage mit 3 Prozent weiter nicht in den Landtag kommen, sie erreichte bei der Wahl 4,1 Prozent.

Mit der rot-schwarz-grünen Koalition ist der Forsa-Umfrage zufolge die Hälfte (50 Prozent) der Brandenburger zufrieden. 35 Prozent antworteten, sie seien weniger zufrieden oder unzufrieden. Die Zustimmung für das Dreier-Bündnis ist damit etwas höher als die für die frühere rot-rote Koalition am Ende der vorigen Wahlperiode mit 41 Prozent.

Ministerpräsident Woidke erreicht in der Umfrage die bisher höchste Zustimmung für seine Arbeit. 63 Prozent sagten darin, sie seien zufrieden, 30 Prozent zeigten sich weniger zufrieden oder unzufrieden. Die Zufriedenheit lag im Juli 2019 vor der Wahl bei 43 Prozent.

"Bis auf die Grünen haben die Kenia-Koalitionäre ein deutliches Signal bekommen", teilte die Landesvorsitzende der Linken, Katharina Slanina, mit. "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten nicht nur zur Schau gestellte gute Laune, sondern Lösungen für die konkreten Probleme im Land." Die Co-Landesvorsitzende Anja Mayer ergänzte: "Mit ehrlicher Freude nehme ich zur Kenntnis, dass der Aufstieg der AFD nicht unaufhaltsam ist. Wir werden an unserer Politik des entschiedenen Widerstandes gegen die Hetze und menschenfeindliche Positionen dieser Partei festhalten."

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