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Berlin & Brandenburg Vermieter: Hohe Nebenkosten-Nachzahlungen zu erwarten

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Muss man sich im Winter auch zu Hause warm anziehen? Etwas wärmer wohl schon, meinen die großen Vermieter in Brandenburg. Und beim Blick aufs Portemonnaie wird es auch ungemütlich.

Potsdam (dpa/bb) - Mieterinnen und Mieter in Brandenburg müssen mit hohen Nebenkosten-Nachzahlungen rechnen und im Winter möglicherweise sparsamer heizen. In diesem Jahr erwartet der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) wegen der hohen Gaspreise um die Hälfte höhere Kosten für Heizung und Warmwasser, wie Vorstand Maren Kern am Donnerstag sagte. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung entspreche das Mehrkosten von 410 Euro. Im nächsten Jahr werde es noch mehr sein, sogar das Doppelte sei möglich.

"Deshalb geht der Appell an die Mieter, Energie einzusparen", sagte Kern. Zudem sei schnelle und unbürokratische staatliche Hilfe für Härtefälle notwendig; das staatliche Energiegeld von 300 Euro fange die Mehrkosten nicht ganz auf. "Wir empfehlen die Temperaturen insgesamt zu senken", sagte Kern. "Wenn der Gashahn zugedreht wird, wird uns nichts weiteres übrig bleiben." 90 bis 95 Prozent der BBU-Wohnungen werden mit Gas beheizt. Ein reduzierter Heizungsbetrieb werde aber möglich bleiben, sagte Kern. "Es wird nicht dazu führen, dass man das Lagerfeuer in seiner Wohnung starten sollte."

Hintergrund sind in Folge des russischen Kriegs in der Ukraine stark gestiegene Gaspreise und mögliche Versorgungsengpässe. Der Verband erwartet, dass Energieanbieter ihre höheren Preise in der bevorstehenden Heizperiode direkt an die Verbraucher weitergeben dürfen. Diese Maßnahme des bundesweiten Gas-Notfallplans ist bislang noch nicht in Kraft.

Der BBU vertritt städtische Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, aber auch private Großvermieter wie den börsennotierten Vonovia-Konzern. Jede zweite Mietwohnung in Brandenburg gehört zu einem der Mitgliedsunternehmen.

Währen die Heizkosten steigen, werden sich die Nettokaltmieten "seitwärts" entwickeln, sagte Kern voraus. Im vergangenen Jahr waren sie um 1,7 Prozent gestiegen, 2020 um 1,9 Prozent und 2019 um 1,6 Prozent. Durchschnittlich zahlen BBU-Mieter in Brandenburg 5,07 Euro je Quadratmeter - bei einer Spanne von 5,84 Euro in Potsdam und 4,44 in der Prignitz.

Im Berliner Umland eine Wohnung zu finden, bleibt nach den Verbandsdaten weiter schwer. Dort sind rechnerisch nur 2,4 von hundert Wohnungen frei. In Kleinmachnow, Teltow, Bernau und Wildau sind es deutlich weniger. Anders an weiter von Berlin entfernten Orten: In Wittenberge (Prignitz) ist gut jede fünfte Wohnung frei, in Forst (Spree-Neiße) mehr als jede vierte.

Quelle: dpa

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