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Berlin & Brandenburg Versuchte Raubüberfälle auf Seniorinnen: Mann schweigt

Schilder an der Fassade des Kriminalgerichts Moabit weisen die Staatsanwaltschaft Berlin und das Landgericht Berlin aus. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbol

(Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbol)

Berlin (dpa/bb) - Er soll in Raubabsicht bei Seniorinnen geklingelt haben: Ein 33-Jähriger, der bei einer 84 Jahre alten Frau eine Geldbörse erbeutet und sich eine Woche später gewaltsam Zugang zur Wohnung einer 94-jährigen Rentnerin verschafft haben soll, steht seit Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Ihm wird versuchter Raub in zwei Fällen sowie Diebstahl vorgeworfen. Zu Prozessbeginn hat der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen.

Der vorbestrafte Mann soll im Juni 2020 in Berlin-Reinickendorf an der Wohnungstür der 84-Jährigen geklingelt haben, die er bereit einige Monate zuvor bestohlen hatte. Er habe sich so positioniert, dass sie ihn durch den Türspion nicht sehen konnte, heißt es in der Anklage. Als sie die Türklinke herunterdrückte, "stieß er mit seinem Körper die Tür auf". Die Frau sei allerdings nicht getroffen worden. Er habe von der Flurgarderobe eine Geldbörse mit mindestens 50 Euro genommen und sei geflohen.

Eine Woche später habe er laut Anklage versucht, eine 94-Jährige auszurauben. Sie habe die Wohnungstür einen Spalt breit geöffnet, weil sie dachte, dass ihre Nachbarin geklingelt hätte. Der Angeklagte habe die Tür so heftig aufgedrückt, dass die Frau mit ihrem Rollator zurückgeschoben wurde. Er habe die 94-Jährige zur Seite geschubst und sich in die Wohnung gedrängt. Weil die Seniorin schrie, sei er aus Angst vor Entdeckung ohne Beute geflohen.

Die 84-Jährige sagte als erste Zeugin, der Mann habe in den Monaten vor der Tat mehrfach bei ihr geklingelt und nach Geld für Essen gefragt. Aus Mitleid habe sie ihm einmal fünf Euro und einmal zwei Euro gegeben. Er habe sie jedoch bestohlen. Bereits im April 2020 habe sie in einer Verhandlung gegen ihn ausgesagt. Damals wurde der 33-Jährige wegen Diebstahls zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.

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