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Berlin & Brandenburg Vogel will mit Waldbrandvorsorge Orte besser schützen

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Hohe Flammen lodern im Wald, auch einige Dörfer mussten in dieser Waldbrandsaison evakuiert werden. Brandenburgs Agrarminister Vogel will Ortschaften besser schützen.

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel will den vorbeugenden Waldbrandschutz beschleunigen und als ersten Schritt mehr Waldbrandriegel und Schutzstreifen anlegen. "Während wir den Waldumbau vorantreiben wollen, brauchen wir gleichzeitig waldbauliche Schutzmaßnahmen rund um die mitten in den Wäldern liegenden Dörfer", sagte Vogel der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen ja keine Bilder wie in Kalifornien, wo das Feuer praktisch in die Ortschaften rein springt und die gesamten Orte abbrennen."

Es müssten nun vor allem bei Kiefernwäldern in großem Ausmaß Waldbrandschutzriegel errichtet werden. 200 bis 300 Meter breite Streifen rund um Ortschaften müssten jetzt sofort umgebaut werden, egal ob es sich um Privat- oder Landeswald handle, sagte Vogel. Solche Schutzriegel sind Flächen, die mit brandhemmenden Laubbäumen und Sträuchern bewachsen sind. Zudem müsse es mehr Schutzstreifen links und rechts von Schienen, Straßen und Wegen geben, erläuterte Vogel. Dazu solle das Waldgesetz so geändert werden, damit dies auch im Privatwald leichter durchgesetzt werden könne.

Beim Waldumbau hin zu mehr Mischwäldern setzt Vogel auf natürliche Waldverjüngung als "Mittel der Wahl", wie das Ministerium auf eine Kleine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion antwortete. Die natürlich verjüngten Bäume seien widerstands- und anpassungsfähiger als gepflanzte Bäume aus der Baumschule, hieß es. Es brauche zugleich auch angepasste Wildbestände, weil Rehe und Hirsche die jungen Triebe fressen. Bei der natürlichen Verjüngung entstehen durch herabgefallene oder angeflogene Samen, die keimen, neue Bäume.

Das geplante neue Brandenburger Jagdgesetz hatte für kontroverse Debatten zwischen Jagdverbänden und Naturschützern gesorgt. Der überarbeitete Entwurf soll in diesem Jahr in den Landtag eingebracht werden. Vogel will es kleinen Waldbesitzern künftig leichter machen, auf ihrem eigenen Grund und Boden zu jagen. Eine Überarbeitung des Waldgesetzes soll folgen.

In brandenburgischen Wäldern gibt es nach den Worten von Agrarminister Axel Vogel (Grüne) kaum noch gesunde Bäume. Bei Eichen habe es im Jahr 2021 nur noch vier Prozent ohne Schaden gegeben, bei Buchen seien es sieben und bei Kiefern zehn Prozent. "Ich bin in extrem großer Sorge", sagte Vogel mit Blick auf Dürrejahre und den Zustand des Waldes.

Von 2019 bis 2021 hatte Brandenburg nach Angaben des Ministeriums rund 15.000 Hektar Fächen zu verzeichnen, die einer Wiederbewaldung bedürfen. Dazu kämen noch Sturmflächen und Waldbrandflächen aus diesem Jahr, das seien bislang 2500 Hektar.

In Brandenburg gibt es 1,1 Millionen Hektar Wald. Auf rund 600.000 Hektar stehen nach Ministeriumsangaben immer noch Kiefern-Reinkulturen.

Quelle: dpa

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