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Berlin & Brandenburg Vonovia: Mietanstieg oft "eher gefühltes Problem"

Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens

(Foto: Marcel Kusch/dpa/Archiv)

Berlin (dpa/bb) - Die Sorge vor stark steigenden Mieten ist aus Sicht des Vonovia-Chefs Rolf Buch für viele Mieter unbegründet. "Dass die Mieten bei bestehenden Verträgen steigen, ist eher ein gefühltes Problem", sagte Buch der Wochenzeitung "Die Zeit". "Bei uns steigt die Miete hier im Rahmen der Inflation." Die Berliner Kampagne für die Enteignung großer Wohnungsunternehmen sage den Menschen aber, ihre Mieten würden schnell um sechs oder sieben Prozent steigen. Buch sagte, auch das Risiko, die Wohnung, in der man lebe, zu verlieren, sei objektiv kaum gegeben.

Die Berliner stimmen am Wahltag am 26. September auch darüber ab, ob Immobilienunternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen gegen eine Milliardenentschädigung enteignet werden sollen.

Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens F+B zahlten Mieter in Bestandswohnungen Ende 2020 in den westlichen Stadtteilen Berlins im Schnitt 7,40 Euro nettokalt je Quadratmeter, in den östlichen 6,65 Euro. 2011 waren es noch 5,99 Euro im Westen und 5,64 Euro im Osten gewesen. Das entspricht einem Plus von jährlich 2,4 Prozent im Westen und 1,8 Prozent im Osten. Die jährliche Inflationsrate lag im selben Zeitraum bundesweit durchschnittlich bei 1,3 Prozent.

Buch gestand zu, dass die Mieten bei Neuverträgen stärker gestiegen seien als die Gehälter. "Wer in Berlin eine neue Wohnung sucht, hat große Probleme." Auch Vonovia könne nicht dauerhaft Wohnungen unterhalb der Marktpreise anbieten, sagte Buch.

Vielen Befürwortern der Enteignung gehe es aber nicht um besonders günstige Mieten für Menschen, die nach Berlin ziehen. Sie hätten offensichtlich die Sorge, sich ihre jetzigen Wohnungen nicht mehr leisten zu können. "Ich kann ihnen versprechen: Unsere Mieter brauchen keine Angst zu haben."

© dpa-infocom, dpa:210901-99-52688/3

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