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Berlin & Brandenburg Waldbrandgefahr steigt: Experte setzt auf Weltraumtechnik

Ein Schild an einem Waldweg weist auf die Waldbrandstufe fünf hin. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Bislang ist Brandenburg von größeren Bränden verschont geblieben. Doch durch hohe Temperaturen und Trockenheit steigt die Gefahr wieder. Sensible Sensoren sollen die Ausbreitung von Waldbränden verhindern.

Potsdam/Cottbus (dpa/bb) - Die hohen Temperaturen lassen die Waldbrandgefahr in Brandenburg wieder steigen. Auch der Regen am vergangenen Wochenende habe daran nichts geändert, so die Einschätzung des Waldbrandschutzbeauftragten des Landes, Raimund Engel. "Das war ein Tropfen auf den märkischen Sandboden." Die hohen Temperaturen und die Sonneneinstrahlung ließen das Wasser rasch wieder verdampfen, die Trockenheit sei tief drin im Boden. "Die Gefahrenlage ist ganz schnell wieder da."

2019 brannte es 417 Mal auf Brandenburgs Waldflächen. Mehr als 13 000 Hektar Fläche standen in Flammen. 2018 hatte es 512 Mal auf insgesamt 1674 Hektar gebrannt. Brandenburg verfügt über rund 1,1 Millionen Hektar Wald.

Engel setzt auf die Waldbrandzentralen mit Videoüberwachung im Land, die durch schnelles Alarmieren der Feuerwehren die Ausbreitung der Brände verhindern sollen. "Diese Technik, die dort verbaut ist, kommt aus der Weltraumforschung", erläuterte der Fachmann. Sie sei besser als jedes menschliche Auge. Hochauflösende Sensoren registrierten die Rauchwolken über den Baumkronen und meldeten dies an eine der Waldbrandzentralen. Diese informieren anschließend die Leitstellen.

Der Süden wird von einer Zentrale in Wünsdorf(Teltow-Fläming) aus beobachtet, bis zu sieben Mitarbeiter werten Bilder aus. Den Norden soll im kommenden Jahr eine neu eingerichtete Zentrale in Eberswalde (Barnim) übernehmen. Zur Zeit werde dieser Teil des Landes von drei kleineren Stellen betreut, beschrieb Engel.

Eine Hoffnung setzt der Waldbrandschutzbeauftragte auch in den Waldumbau. Das Land plant, den Kiefernanteil zugunsten von Laubbäumen zu verringern, damit der Wald weniger anfällig für Schädlinge, Trockenheit und Brände ist. Waldbrandgebiete sollen wiederaufgeforstet werden und auf früheren Kiefernmonokulturen sollen stabile Mischwälder entstehen. Brandenburg verfügt über rund 1,1 Millionen Hektar Wald. Mehr als 70 Prozent der Bäume sind Kiefern.

"Wir haben erste Ansätze, dass Waldbesitzer Fördermittel des Landes in Anspruch nehmen und einsehen, dass etwas gemacht werden muss", sagte Engel. Insgesamt sei das aber eine Generationenaufgabe, die Geduld brauche. Hinzu komme, dass Kulturen, die in den vergangen Jahren gepflanzt worden seien, durch die Trockenheit zuviel Stress hätten, um gut zu wachsen.

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