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Berlin & Brandenburg Weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab Samstag

Eine Laborantin sortiert Proben. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

(Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild)

Die Corona-Zahlen sind niedrig, da wagt der Berliner Senat weitere Lockerungen. Wie es mit den Infektionszahlen weitergeht, ist aber angesichts der Delta-Variante unklar.

Berlin (dpa/bb) - Angesichts vergleichsweise geringer Infektionszahlen hat der Berliner Senat weitere Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen beschlossen. Sie betreffen im Wesentlichen die Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungen und sollen von diesem Samstag (10.7.) an gelten, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag mitteilte.

So reicht beim EINKAUFEN künftig eine einfache medizinische Maske, auch bekannt als OP-Maske. Die Pflicht für Kunden zum Tragen einer FFP2-Maske wird aufgehoben. Das gilt auch für diverse andere Bereiche, in denen Maskenpflicht besteht. Ausnahme: Im ÖPNV, also Bussen und Bahnen, und bei körpernahen Dienstleistungen, etwa beim Friseur, muss weiter eine FFP2-Maske getragen werden.

Außerdem fallen die allgemeinen KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN für private Treffen drinnen weg. Es gibt keine festgelegte Obergrenze mehr. Bisher dürfen sich im privaten Rahmen drinnen höchstens zehn Menschen aus maximal fünf Haushalten treffen. Eigene Kinder bis 14 Jahren sowie vollständig Geimpfte und Genesene werden jeweils nicht mitgezählt. Für private Begegnungen draußen war schon vor zwei Wochen deutlich gelockert worden. Dort gilt ein Richtwert von maximal 100 Personen.

VERANSTALTUNGEN in geschlossenen Räumen sind ab 10. Juli mit bis zu 1000 zeitgleich Anwesenden erlaubt statt bisher 500. Im Falle maschineller Lüftung und Hygienekonzepten sind sogar 2000 Teilnehmer möglich. Zu Veranstaltungen drinnen dürfen in der Regel bis zu 2000 Menschen kommen, in Einzelfällen und nach behördlicher Genehmigung bis zu 5000.

Die Staatskanzleichefs der Länder vereinbarten am Dienstag, wieder sportliche GROSSVERANSTALTUNGEN für bis zu 25.000 Zuschauer zu ermöglichen - solange die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen nicht höher bis 35 liegt. Dies zielt nicht zuletzt auf die Fußball-Bundesliga. Bei Kulturveranstaltungen soll mit Schutz- und Hygienekonzept sogar noch mehr möglich sein.

Laut Senatsbeschluss sind TANZVERANSTALTUNGEN im Freien mit bis zu 1000 zeitgleich Anwesenden wieder möglich; drinnen bleiben sie verboten. Lockerungen gibt es ab Samstag zudem bei den Vorgaben für die Steuerung des Zutritts etwa im Einzelhandel, in Museen oder im Zoo. Dann gilt ein Richtwert von höchstens einer Person pro fünf Quadratmeter. Bisher waren die Regeln stringenter und je nach Größe der Räumlichkeit komplizierter.

Die TESTPFLICHT bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt künftig erst bei mehr als 50 zeitgleich anwesenden Personen. Bei Veranstaltungen im Freien sowie im professionellen sportlichen Wettkampfbetrieb gilt die Testpflicht erst bei mehr als 750 Menschen.

Bei Ausflugsfahrten, Stadtrundfahrten, Schiffsausflügen und vergleichbaren touristischen Angeboten entfällt die Pflicht zur BUCHUNG EINES TERMINS. Gäste müssen in dem Rahmen nur dann negativ getestet sein, soweit sie geschlossene Räume aufsuchen.

Berlin verzeichnet seit längerem niedrige Corona-Zahlen, allerdings seit dieser Woche wieder eine leicht steigende Inzidenz. Innerhalb von sieben Tagen wurden am Dienstag 5,3 Ansteckungen je 100.000 Einwohner gemeldet. Am Vortag hatte das Robert Koch-Institut noch einen Wert von 4,9 angegeben. 54 neue Corona-Neuinfektionen wurden gemeldet, zwei Todesfälle kamen hinzu.

Senatorin Kalayci sprach von einer Stagnation des Infektionsgeschehens und verwies auf Risiken durch die Delta-Variante des Coronavirus, die auch in Berlin zur dominierenden Variante werde. Noch sei es aber zu früh, die Entwicklung bei der Inzidenz wirklich zu bewerten. Seit Beginn der Pandemie steckten sich in Berlin laut Statistik 180.322 Menschen nachweislich an. Die meisten gelten als genesen. 3561 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

© dpa-infocom, dpa:210706-99-278206/4

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