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Berlin & Brandenburg Wohnungskompass soll bei Entscheidungen helfen

Die Innenstadt der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild

(Foto: Ralf Hirschberger/dpa)

Brandenburg will weiter für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Es gibt einige Instrumente, um das anzuschieben und zu entwickeln. 10 300 neue Wohnungen wurden im Vorjahr gebaut.

Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg ist der Wohnungsmarkt weiter zweigeteilt: Leerstand und niedrige Bestandsmieten in entfernten Landesteilen, große Nachfrage und hohe Mieten im Speckgürtel. Die Städte in der zweiten Reihe könnten bei guter Verkehrsanbindung den angespannten Wohnungsmarkt in Berlin und Umland entlasten, sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Daran werde weiter gearbeitet.

Vorgestellt wurde der Wohnungspolitische Kompass. Er unterstützt Entscheidungen für eine regional angepasste und sozial ausgerichtete Wohnraumversorgung. Brandenburg fördere die Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungen mit 100 Millionen Euro jährlich, sagte Schneider. Insgesamt gibt es im Land rund 1,3 Millionen Wohnungen, 49 Prozent in Ein- oder Zweifamilienhäusern.

Wohnen solle in Brandenburg weiter bezahlbar sein und bleiben, betonte Schneider. In einigen Randlagen liegen nach den Angaben die Bestandsmieten bei 5 Euro. Im Gegenzug sei es schwierig, auch im Berliner Speckgürtel bezahlbaren Wohnraum zu finden. Ein Drittel des Haushaltseinkommen sollte die Miete nicht übersteigen, sagte sie.

Nach Befragungen bevorzugen Mieter neue, eigene vier Wände in urbanen Lagen, in denen aber Grün vorhanden sein müsse, sagte die Ministerin. Bei Bereichen außerhalb sei die Anbindung an den Nahverkehr entscheidend. "Wir brauchen integrierte Stadtentwicklungsprojekte", sagte sie. Erfolge stellten sich am ehesten bei einem kommunalpolitischen Konzept ein.

Gut bewährt habe sich das Bündnis für Wohnen, das sich auf die Aufgaben der Zukunft einrichte. Von 2015 bis 2018 wurden nach den Angaben Fördermittel von Bund und Land in Höhe von rund 233 Millionen Euro bewilligt. Förderanträge für Projekte mit einem Volumen von 97 Millionen Euro liegen vor.

Laut Kompass - der vorangegangene wurde 2014 vorgelegt - betrifft der demografische Wandel immer mehr ältere Menschen in allen Landesteilen. Junge Haushaltsgründer benötigen hingegen kompakte und bezahlbare Wohnangebote. Angesichts des angespannten Wohnungsmarkts im Berliner Umland sind dort neue Wohnungen erforderlich - möglichst mit einer Mietpreis- und Belegungsbindung. Der Zuzug ist danach kein Selbstläufer - langfristige Wohnperspektiven für junge Familien müssten angeboten werden, wird betont.

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