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Berlin & Brandenburg Woidke: Tourismusbranche trotzt mit neuen Ideen der Krise

Ministerpräsident Dietmar Woidke besucht bei seiner Pressetour das Museum Barberini. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

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Die Corona-Pandemie hat mit der Tourismus- und Gastronomiebranche wichtige Bereiche der brandenburgischen Wirtschaft hart getroffen. Der Regierungschef setzt auf die Kreativität der Unternehmen.

Potsdam (dpa/bb) - Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat das Durchhaltevermögen der brandenburgischen Tourismusbranche in der Corona-Krise gelobt. "Viele Unternehmer im Tourismus und in der Gastronomie kämpfen jetzt darum, dass ihr Betrieb die Krise übersteht. Das machen die mit großem Elan und Stehvermögen, und vor allem mit vielen guten Ideen", sagte Woidke am Freitag zum Auftakt der alljährlichen Tourismus-Pressefahrt.

Allein im April sei die Zahl der Übernachtungen um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Von Januar bis Mai dieses Jahres lag das Minus nach Angaben der Tourismus Marketing Brandenburg bei knapp 46 Prozent. Dies hatte auch Auswirkungen etwa auf die Weiße Flotte Potsdam, die nach Angaben von Geschäftsführer Jan Lehmann gegenüber dem Vorjahreszeitraum bislang nur gut die Hälfte an Passagieren hatte.

"Es kommt jetzt darauf an, dass sich die Betriebe unter Corona-Bedingungen neu aufstellen", betonte Woidke. Auch die Landesregierung werde ihr Tourismus-Konzept in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit neu justieren, kündigte er an. Die Tourismusbranche sei mit 100 000 Beschäftigten und einem Umsatz von sechs Milliarden Euro pro Jahr eine wichtige Säule in der brandenburgischen Wirtschaft.

Seit Anfang der 2000er Jahre sei es im Brandenburg-Tourismus immer aufwärts gegangen, sagte Woidke. "Die Zahl der Übernachtungen stieg von 8,45 Millionen im Jahr 2003 auf fast 14 Millionen im Jahr 2019. Doch dann kam Corona." Dennoch könne die Landesregierung vorläufig noch keine Lockerungen etwa bei den Abstandsregelungen zulassen, betonte der Regierungschef. Zunächst müssten die Auswirkungen der Schulöffnungen und der Rückkehr zahlreicher Urlauber beobachtet werden: "Dann können wir über weitere Schritte entscheiden."

Im Kongresshotel Potsdam informierte sich der Regierungschef über die Umstellung des Hauses mit 450 Hotelzimmern und 40 Tagungsräumen.

Auch das Museum Barberini hat es mit einem Hygienekonzept geschafft, seine Monet-Ausstellung trotz einer knapp zweimonatigen Pause zu einem Erfolg zu machen. Bis zur Schließung Mitte März hatten in etwa vier Wochen 40 000 Besucher die Ausstellung gesehen. Von Anfang Mai bis Mitte Juli kamen weitere 70 000 Gäste mit gebuchten Online-Tickets. "Unter normalen Bedingungen hätten wir 350 000 Besucher gehabt", sagte Kurator Michael Philipp.

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