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Berlin & Brandenburg Woidke nennt 365-Euro-Jahresticket "interessanten Vorschlag"

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/Archiv

(Foto: Patrick Pleul/zb/dpa)

Berlin/Potsdam (dpa/bb) - Der Vorschlag von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) für eine 365-Euro-Jahreskarte für Bus und Bahn stößt in der Brandenburger Regierung auf Interesse, aber auch Skepsis. "Erstens finde ich den Vorschlag interessant. Zweitens ist es natürlich so, dass - wenn man über Attraktivität im Personennahverkehr redet - es nicht nur um Ticketpreise geht", sagte Müllers Parteikollege im Nachbarland, Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), am Dienstag in Potsdam. "Was wir in Brandenburg brauchen, ist ein deutlicher dichterer Takt, das heißt, wir brauchen mehr Busse, mehr Bahn, brauchen auch dafür das Geld."

Der Regierungschef forderte bessere Bedingungen für Busfahrer. Er sei auch dafür, dass gerade Busfahrer besser verdienten, die in kommunalen Gesellschaften arbeiteten, sagte Woidke. "Sie verdienen momentan deutlich zu wenig." Vize-Ministerpräsident Christian Görke (Linke) sagte über ein 365-Euro-Jahresticket für das Flächenland Brandenburg: "Irgendeiner wird es bezahlen müssen." Er sei dafür, zunächst in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche kostenlos fahren.

Müller hatte seinen Vorstoß mit neuen Anforderungen an den Klimaschutz, dem Wunsch der Bürger nach einer lebenswerten und grünen Stadt mit gutem öffentlichen Nahverkehr und besseren Investitionsmöglichkeiten wegen der guten Finanzlage begründet.

In Deutschland testen Bonn und Reutlingen mit Hilfe von Bundesförderung 365-Euro-Karten. Für Berlin kostet die Umweltkarte des gemeinsamen Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) bislang 761 Euro. Für Azubis gibt es bereits ein Abo für 365 Euro im Jahr.

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