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Berlin & Brandenburg Zensus 2022: Befragung von 700.000 Bürgern abgeschlossen

(Foto: Daniel Karmann/dpa/Illustration)

Alle zehn Jahre bringen die Behörden ihre Daten über die Bürger mit einer Befragung auf den neuesten Stand. Beim kommenden Zensus 2031 sollen die persönlichen Interviews aber gar nicht mehr nötig sein.

Potsdam (dpa/bb) - Die Befragung von rund 700.000 Bürgern in Brandenburg und Berlin im Rahmen des Zensus 2022 ist abgeschlossen. Die Ergebnisse wie aktualisierte Bevölkerungszahlen oder Angaben zum Wohnraum würden nach gründlicher Auswertung erst im November kommenden Jahres vorliegen, berichtete der Chef des Landesamts für Statistik, Jörg Fidorra, am Freitag in Potsdam. Da bei der gesonderten Gebäude- und Wohnungszählung erst 90 Prozent der 950.000 Eigentümer geantwortet hätten, laufe diese Erhebung noch bis Mitte Februar weiter.

Sozusagen als Beifang hätten sich wegen der Befragung zum Zensus rund 1000 sogenannte Reichsbürger aus beiden Ländern beim Statistikamt gemeldet, berichtete Fidorra. Sie hätten darauf verwiesen, dass sie die Bundesrepublik als Staat nicht anerkennen und daher die Befragung verweigern wollten. Die Teilnahme am Zensus ist allerdings verpflichtend, bei einer Weigerung droht ein Zwangsgeld.

Da die Befragungen von vielen Bürgern zumindest als unangenehm empfunden würden, so Fidorra, soll das Verfahren für den nächsten Zensus 2031 auf eine reine Abfrage von ohnehin vorhandenen Daten bei den Behörden umgestellt werden. Bei diesem sogenannten Registerzensus sollen etwa Daten der Rentenversicherung, dem Kraftfahrzeugbundesamt oder der Bundesagentur für Arbeit verwendet werden, erläuterte die zuständige Referentin, Dorett Jenkel.

Diese "Lebenszeichen" von Bürgern, eine Steuererklärung oder die Anmeldung eines Fahrzeugs sollten dann für ein individuelles Bild aller Bürger statt der bisherigen Stichprobe mit Befragungen zugeordnet werden, sagte Jenkel. Dazu müssten aber die entsprechenden Gesetze für den Datenschutz noch angepasst werden. "Das wird sportlich, das alles bis 2031 hinzubekommen", meinte Jenkel.

Die Ergebnisse des Zensus 2022 könnten nach der Veröffentlichung Ende kommenden Jahres nicht nur den Verwaltungen, sondern auch allen Bürgern interessante Antworten liefern, erläuterte Projektleiterin Kersten Klemm. So gäben neben der Bevölkerungszahl die Angaben zu den Altersgruppen Hinweise darauf, ob der Bau von Schulen oder Kitas notwendig werde.

Bürger könnten erkennen, wie hoch die Mieten in bestimmten Gemeinden oder Wohngegenden seien und wo sich etwa die Wohnungssuche wegen hohem Leerstand lohne. Auch Pendlerströme seien mit den Angaben zum Wohn- und Arbeitsort beschreibbar.

Quelle: dpa

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