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Hamburg & Schleswig-Holstein 108.000 Jungaale in die Schlei ausgesetzt

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Mehr als Hunderttausend kleine Aale werden jetzt in die Schlei gesetzt, um den Bestand der bedrohten Fische zu erhöhen. Das "Aalutsetten" hat mittlerweile Tradition - und zeigt Wirkung.

Maasholm (dpa/lno) - Schleifischer haben beim traditionellen "Aalutsetten" am Mittwoch rund 108 000 Jungaale in die Schlei ausgesetzt. So werde dazu beigetragen, die inzwischen wieder gewachsene Population des Wanderfisches im Ostseeraum weiter zu stärken, teilten die Organisatoren mit. Das "Aalutsetten in de Schlie" wird seit 2010 von Fischern und Anglern gemeinsam organisiert.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres haben sie 750.000 Glasaale - das sind Aale von nur rund 0,33 Gramm Gewicht - in neun verschiedene Gewässer in ganz Schleswig-Holstein ausgesetzt, davon 610.000 in die Schlei. Die Aale, die am Mittwoch ausgewildert wurden, wiegen immerhin schon 5 Gramm. Um das Mindestmaß von aktuell 45 Zentimeter zu erreichen, braucht ein nun ausgesetzter Winzling mindestens drei bis vier Jahre.

Fischereiminister Werner Schwarz (CDU) lobte das ehrenamtliche Engagement. "Die FischerInnen an der Schlei haben schon seit langem erkannt, dass der Aal ihre Hilfe braucht", sagte er in Maasholm. Er sei von diesem unermüdlichen Einsatz sehr beeindruckt. "Sie haben das Aalutsetten Jahr für Jahr größer gemacht und ihm eine Strahlkraft für den Erhalt des Aals verliehen, die mittlerweile deutlich über die Schlei hinausreicht."

Der Minister sicherte den Fischern und Fischerinnen weitere Unterstützung der Landesregierung zu und sagte: "Mir ist bewusst, dass der Aal in Zeiten knapper Fischereiressourcen durch das Wegbrechen von Dorsch und Hering in der Ostsee ein wichtiges Standbein gerade der kleinen Küstenfischerei ist."

Insgesamt können in diesem Jahr nach Angaben des Fischereiministeriums kleine Aale für 123.000 Euro in die Schlei ausgesetzt werden. Diese werden in Schleswig-Holstein zu 60 Prozent über öffentliche Mittel aus der Fischereiabgabe und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert. Die fehlenden 40 Prozent müssen aber durch private Spenden aufgebracht werden.

Früher war der Aal neben dem Hering der Brotfisch der Schleifischer. In den vergangenen Jahrzehnten hatte sein Bestand allerdings rapide abgenommen. Die EU erließ daher nach Angaben der Schleifischer 2007 eine Verordnung zur Wiederauffüllung der Bestände. Im Zuge der daraufhin erstellten nationalen Managementpläne starteten die Schleifischer 2010 mit dem Besatz. "Inzwischen ist ein stetig größer werdender Silberstreifen am Horizont erkennbar", teilten die Organisatoren mit. "Immer häufiger tauchen in den letzten Jahren in den Reusen und an den Angelhaken Aale aus den Besatzaktionen auf."

Alle Aale Europas und Amerikas stammen nach Angaben des Naturschutzbundes aus der mehr als 6000 Meter tiefen Sargassosee vor der Küste Floridas. Von dort kommen die Aallarven, die zwei Jahre lang bis an Europas Küste wandern und dort in die Flüsse aufsteigen. Nach Jahren oder Jahrzehnten entscheidet er sich demnach, zurück in die Sargassosee zu wandern, um Eier zu legen.

Quelle: dpa

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