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Hamburg & Schleswig-Holstein 13 Jahre Haft für Brandanschlag gefordert

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht auf dem Tisch eines Richters. Foto: Volker Hartmann/Archiv

(Foto: Volker Hartmann/dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um einen tödlichen Brandanschlag auf zwei Behördenmitarbeiter und einen Betreuer hat die Hamburger Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Der 29-jährige Deutsche habe sich des Mordes, des zweifachen versuchten Mordes und weiterer Straftaten schuldig gemacht, erklärte die Anklagebehörde nach Angaben eines Gerichtssprechers am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik. Die Schuldfähigkeit des Angeklagten sei zur Tatzeit erheblich beeinträchtigt gewesen.

Der 29-Jährige soll am 24. September vergangenen Jahres mit brennendem Spiritus zwei Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes und seinen Betreuer angegriffen haben, als diese ihn aus seiner Wohnung im Stadtteil Eißendorf in eine psychiatrische Einrichtung bringen wollten. Ein 50-jähriger Behördenmitarbeiter kam bei der Tat ums Leben, sein damals 59 Jahre alter Kollege erlitt schwerste Brandverletzungen. Der damals 58-jährige Betreuer kam mit leichten Blessuren davon. Der mutmaßliche Täter selbst sprang aus dem Küchenfenster der brennenden Wohnung im dritten Obergeschoss und erlitt ebenfalls schwerste Verletzungen.

Die Verteidigerin beantragte Freispruch wegen Schuldunfähigkeit. Sie sprach sich zugleich dafür aus, ihren Mandanten weiterhin in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Sonst seien ähnliche Taten zu befürchten. Der Angeklagte ist bereits aufgrund eines vorläufigen Beschlusses in der Klinik.

Die Öffentlichkeit war beim Prozessauftakt am 20. März ausgeschlossen worden. Zur Urteilsverkündung am nächsten Dienstag sollen Zuschauer wieder zugelassen sein.

Polizeimitteilung vom 25.9.2018

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