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Hamburg & Schleswig-Holstein 450 Verfahren wegen gefälschter Impf- und Testnachweise

Eine Darstellung der Göttin Justitia.

(Foto: Carsten Koall/dpa/Symbolbild)

Kiel/Plön (dpa/lno) - Wegen Verdachts auf gefälschte Impf- und Testnachweise ermitteln Polizei und Kieler Staatsanwaltschaft mittlerweile gegen rund 450 Menschen. Diese sollen sich überwiegend zum Eigengebrauch Impfpässe beschafft beziehungsweise gefälscht haben, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. In 133 Verfahren wurde bislang Anklage erhoben beziehungsweise ein Strafbefehl beantragt. In 79 Fällen gab es bereits rechtskräftige Verurteilungen zu Geldstrafen.

Im Zuge der Ermittlungen wurden 225 Wohnungen durchsucht, hauptsächlich in Kiel. Einige Objekte waren im Kreis Plön. Einsatzkräfte stellten dabei (Blanko-)Impfpässe, gefälschte Impfstoffaufkleber, Stempel, Zertifikate und mehr als 200 Mobiltelefone sicher. Im April hatten die Behörden eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge mehrheitlich um polizeilich zuvor nicht aufgefallene Männer aller Gesellschaftsschichten im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Zur Begründung wurden eine grundsätzliche Ablehnung der Maßnahmen in der Corona-Pandemie und teilweise Angst vor Nebenwirkungen der Impfungen genannt.

In 200 Fällen hatten sich Apotheken wegen Unstimmigkeiten bei der der Ausstellung digitaler Impfzertifikate an die Polizei gewandt. In 100 Fällen informierten Arbeitgeber oder Mitarbeitende von Behörden oder Geschäften die Polizei, da ihnen gefälschte Impfpässe vorgelegt wurden.

Den Tatverdächtigen drohen Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, zum Beispiel wegen Urkundenfälschung.

Quelle: dpa

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