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Hamburg & Schleswig-Holstein Airbus will knapp 3200 Jobs im Norden streichen

Eine Außenaufnahme einer Airbus-Fabrik. Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa/Archivbild

(Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa/Archivbild)

Tausende Airbus-Beschäftigte im Norden müssen um ihre Jobs bangen. Grund ist die schwerste Krise in der Luftfahrtgeschichte. Die Gewerkschaft hofft dennoch auf Perspektive statt Kahlschlag.

Hamburg (dpa/lno) - Der geplante Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus trifft den Norden Deutschlands hart. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen 2325 Stellen wegfallen, wie Airbus am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. In Bremen geht es demnach um 445, in Stade um 365 und an weiteren Standorten um 40 Stellen. Damit könnten im Norden 3175 Jobs gestrichen werden. Die IG Metall Küste spricht von höheren Zahlen. Noch im vergangenen Jahr war am Standort Hamburg die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf knapp 14 000 aufgestockt worden.

Laut NDR hatte die Geschäftsführung am Donnerstag erstmals seit Bekanntwerden der Kürzungspläne mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen. Arbeitsdirektor Marco Wagner habe dabei die Zahlen genannt. Wagner sprach dabei laut NDR von der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte. Kein Bereich bei Airbus werde verschont, so der Arbeitsdirektor. Nach der Krise werde Airbus wahrscheinlich insgesamt ein kleineres Unternehmen sein.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste kritisierte am Freitag den "Blindflug" des Unternehmens. "Statt mit dem Betriebsrat und der IG Metall nach Lösungen zu suchen, will das Unternehmen mit der Brechstange Arbeitsplätze abbauen. Das ist mit uns nicht zu machen", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich laut Mitteilung. Statt des Kahlschlags solle das Unternehmen lieber eine Perspektive für die Beschäftigten entwickeln. Durch den nicht konjunkturell bedingten Stellenabbau könne Airbus den Anschluss an die Zukunft verlieren. "Wenn die Produktion wieder hochgefahren wird, werden sie gebraucht", so Friedrichs. Die Gewerkschaft plant für den 8. Juli öffentliche Aktionen wie Kundgebungen und Demonstrationen an den Standorten Hamburg, Stade, Bremen, Nordenham und Varel.

Airbus hatte zuletzt Druck auf die Bundesregierung gemacht. Wenn das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre verlängert werde, könne Airbus in Deutschland 1500 der 5100 gefährdeten Jobs in der Verkehrsflugzeugsparte erhalten, hatte Produktionschef Michael Schöllhorn gesagt. Staatliche Forschungsgelder für die Entwicklung umweltfreundlicherer Flugzeuge könnten weitere 500 Stellen sichern.

Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen, wie Airbus am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15 000 Stellen streichen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46 000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten.

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