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Hamburg & Schleswig-Holstein Angeklagter äußert Bedauern im Mordprozess von Lohbrügge

Der Haupteingang zum Strafjustizgebäude. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Ein Streit um Drogenschulden eskaliert, zwei Schüssen fallen. Vor den Augen zahlreicher Zeugen stirbt in Hamburg-Lohbrügge ein 26-Jähriger. Im Gerichtsprozess wendet sich der Angeklagte an die Familie des Opfers.

Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um tödliche Schüsse auf einen 26-Jährigen in Hamburg-Lohbrügge hat der Angeklagte sein Bedauern geäußert. "Ich habe mir nie gewünscht, dass ein Mensch stirbt", sagte der 29-Jährige am Freitag vor dem Landgericht in seinem sogenannten letzten Wort. Der Angeklagte betonte, er sehe den Schmerz und die Trauer der Familie. Er hoffe, dass "sie ihren Frieden finden werden". Täter und Opfer sollen laut Nebenklage als Kinder befreundet gewesen sein.

Der Deutsche muss sich wegen Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Sein Verteidiger betonte jedoch am Freitag in seinem Plädoyer, dass es sich aus seiner Sicht nicht um einen Mord handele. Kein Mordmerkmal sei erfüllt, sagte der Anwalt. Sein Mandant habe irrtümlich geglaubt, sein Kontrahent habe zu einer Waffe greifen wollen. Der Angeklagte sei angesichts der Drohkulisse überzeugt gewesen, in einer Notsituation zu sein und keine andere Wahl zu haben - und habe deshalb selbst eine Pistole hervorgeholt und geschossen. Eine konkrete Forderung in Bezug auf das Urteil, das am Nachmittag gesprochen werden sollte (14.00 Uhr), stellte die Verteidigung nicht.

Der Angeklagte soll sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft am frühen Abend des 27. Juni mit dem 26-Jährigen und zwei weiteren Männern am Lohbrügger Markt getroffen haben, um über Streitigkeiten um Drogengeschäfte zu reden. Der 26-Jährige forderte demnach 20 000 Euro von dem 29-Jährigen. Laut Anklage holte der ältere der beiden Kontrahenten eine halbautomatische Waffe hervor und gab zwei Schüsse ab. Die Anklagebehörde fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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