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Hamburg & Schleswig-Holstein Angler kümmern sich um Lachs und Meerforelle

Auswilderung von Lachs-Babys. Foto: Wolfgang Runge/dpa/Archivbild

(Foto: Wolfgang Runge/dpa/Archivbild)

Schleswig-Holsteins Angler kümmern sich um die Bestände von Lachs und Meerforelle. In speziellen Maschinen werden Millionen Fischeier ausgebrütet. Die Jungfische setzten sie wieder aus.

Aukrug (dpa/lno) - Lachs und Meerforelle sollen in Schleswig-Holstein wieder heimisch werden. Die Sportangler des Landessportfischerverbands (LSFV) helfen seit 35 Jahren durch Nachzucht. Dafür seien insgesamt mehr als 1,7 Millionen Lachs- sowie mehr als 22 Millionen Bach- und Meerforelleneier in speziellen Einrichtungen ausgebrütet worden, sagte LSFV-Sprecher Sönke Rother. Rund 90 bis 95 Prozent vom Fischnachwuchs sei geschlüpft und habe als Jungfisch in den Flüssen ausgesetzt werden können. Am Freitag werden die Hobby-Angler in Gewässern im Bereich Aukrug (Kreis Rendsburg-Eckernförde) erneut auf Fischfang gehen, um Eier und Samen zu bekommen. Laut Rother wurden in den vergangenen Jahren bislang mehr als 10 000 so genannter Laichfische gefangen.

Das machen die Angler mit Hilfe von Strom. Beim so genannten Elektrofischen werden die Fische mit bis zu 360 Volt Gleichstrom kurzzeitig betäubt. Den Weibchen werden mit vorsichtigem Massieren des Unterleibs die Eier abgestreift. Dann muss noch von einem Männchen etwas Samen in einen kleinen Plastikbecher, und beides gut durchmischt werden. Die Eltern-Fische werden anschließend im Fluss wieder ausgesetzt und wandern zurück ins Meer. Die Eier kommen für 60 bis 70 Tage ins "Bruthaus".

Lachs und Meerforelle waren bis zum 19. Jahrhundert ein wichtiger Teil der ursprünglichen Fischfauna in den Flüssen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versperrten die Menschen den Fischen durch Dämme und andere Querbauten in den Flüssen den Weg zu ihren angestammten Laichgebieten. Zusätzlich sorgten Gewässerverunreinigung sowie die Überfischung der Laichbestände dafür, dass die beiden Arten in Deutschland fast vollständig ausstarben. Inzwischen hat sich der Bestand deutlich erholt.

"Auch wenn sich der Zustand der Gewässer durch Renaturierungsmaßnahmen verbessert hat, ist es immer noch nötig, den Bestand durch Nachzucht zu unterstützen", sagte Rother.

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