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Hamburg & Schleswig-Holstein Anklage gegen Lkw-Fahrer nach Tod einer 23-Jährigen

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild

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Kiel (dpa/lno) - Nach dem Tod einer 23-Jährigen durch einen umgestürzten Fahnenmast auf dem Kieler Rathausplatz hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Lkw-Fahrer und dessen Beifahrer erhoben. Der 61 Jahre alte Fahrer und sein 73 Jahre alter Beifahrer hätten den Tod der Frau durch das widerrechtliche Befahren des Platzes und das Zurücksetzen des Lkw ohne erforderliche Einweisung sorgfaltswidrig mitverursacht, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die Auszubildende war am 3. August von dem 14 Meter hohen Fahnenmast erschlagen worden. Sie hatte sich am Morgen ihres ersten Ausbildungstages als städtische Angestellte mit 50 weiteren neuen Azubis für ein gemeinsames Foto auf dem Rathausplatz versammelt.

Die beiden Männer hatten am Unglückstag mit dem Lkw Baumaterial für die Renovierung der Rathaus-Fassade transportiert. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie ohne entsprechende Genehmigung den Rathausplatz befahren und den Anhänger neben dem Mast abgestellt haben, nachdem der Beifahrer einen zur Absperrung dienenden Pfosten entfernt haben soll.

Gegen 9.45 Uhr hielten sich die Azubis für das Foto auf dem Rathausplatz auf. Zu diesem Zeitpunkt sollen beide Männer erneut den Platz befahren haben, um den Anhänger wieder anzukoppeln. Während der 73-Jährige den Hänger dafür vorbereitet haben soll, habe der 61-Jährige den 7,5-Tonner etwa mit Schrittgeschwindigkeit zurückgesetzt und mit dem Heck den Fahnenmast getroffen, wobei dieser brach.

Laut Staatsanwaltschaft ergaben die Ermittlungen auch einen Materialfehler des Fahnenmasts. Dessen Hersteller droht ein Verfahren wegen eines möglichen Mitverschuldens. Das Verfahren sei abgetrennt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-671980/2

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