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Hamburg & Schleswig-Holstein Arbeit für Ämter: Listen der Kontaktpersonen werden länger

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Steigende Infektionszahlen bedeuten auch mehr Arbeit für die Hamburger Gesundheitsämter. Um die Infektionsketten nachzuverfolgen, vertraut man in der Hansestadt seit ein paar Wochen auf Soldaten der Bundeswehr.

Hamburg (dpa/lno) - Ein Besuch im Fitnessstudio, ein Treffen mit Freunden oder die eine oder andere Party - das macht den Hamburger Gesundheitsämtern wegen der Corona-Epidemie zurzeit viel Arbeit. "Wir haben tatsächlich ellenlange Kontaktpersonenlisten", sagte die Leiterin des Fachamts Gesundheit Hamburg-Eimsbüttel, Gudrun Rieger-Ndakorerwa, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Personen, die länger als fünf Minuten mit einem Corona-Infizierten in einer Entfernung unter 1,5 Metern in Kontakt waren und dann selbst positiv auf das Virus getestet wurden, steige dieser Tage merklich.

Am Donnerstag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg einen Rekordwert erreicht. 276 neue Fälle meldete die Gesundheitsbehörde knapp sieben Monate nach dem bisherigen Höchstwert. Der Sieben-Tage-Wert für die Hansestadt kletterte demnach auf 64,6 Infektionen je 100 000 Einwohner. Am Mittwoch hatte dieser Wert bei 58,9 gelegen.

Der Leiter des Bezirksamts in Eimsbüttel Kay Gätgens hat wegen der zunehmend bedrohlichen Entwicklung bereits Vorkehrungen getroffen: Weil seine Mitarbeiter sogar am Wochenende arbeiten mussten, stellte er einen Antrag auf Amtshilfe, wie er berichtet. Seit etwa einem Monat sind demnach 10 Pioniere und zwei Ärzte von der Bundeswehr in Eimsbüttel tätig.

Kein Einzelfall, denn die Bundeswehr hilft nach eigenen Angaben in Hamburg mit insgesamt 66 Soldatinnen und Soldaten in allen sieben Gesundheitsämtern der Hansestadt aus. Die Kameraden kontaktieren dort vor allem Personen, die mit Corona-Infizierten in Kontakt standen, wie der Koordinator der Bundeswehr für Amtshilfe in Hamburg, Michael Giss, erklärte.

Angesichts der steigenden Zahl von Neuinfektionen betonte die Hamburger Gesundheitsbehörde: "Es ist sinnvoll, in diesem Stadium der Pandemie nicht nötige Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Lange Aufenthalte in schlecht zu lüftenden Innenräumen sollten gemieden werden."

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