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Hamburg & Schleswig-Holstein Arbeitslosigkeit im Norden etwas zurückgegangen

Eine rote Ampel leuchtet vor einem Schild, das auf die Agentur für Arbeit hinweist. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

(Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild)

Noch hat der Teil-Lockdown nicht voll auf den Arbeitsmarkt im Norden durchgeschlagen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im November sogar ein bisschen gefallen. Die Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen zeigt aber erste Wirkungen.

Kiel (dpa/lno) - Die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein ist etwas gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag berichtete, waren im November 91 600 Menschen ohne festen Job und damit 0,6 Prozent weniger als im Oktober. Im Vorjahresvergleich nahm die Zahl der Arbeitslosen wegen der Corona-Pandemie aber um 19,5 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 5,8 Prozent, nach 4,9 Prozent im November 2019.

"Auch wenn die Zahlen gegenüber dem Vormonat erfreulich positiv sind, so können sie natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einschränkungen des November-Lockdowns hier noch nicht abgebildet werden", sagte Arbeits- und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Der zweite Teil-Lockdown wird laut Arbeitsagentur aber schon in einem deutlichen Anstieg der Anmeldungen von Kurzarbeit sichtbar. Das Instrument zeigten im November 2700 Betriebe für 25 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte an. Im Oktober waren es noch 400 Betriebe für 3700 Mitarbeiter. Seit Beginn der Corona-Pandemie meldeten 33 300 Betriebe für 380 400 Beschäftigte Kurzarbeit an. Tatsächlich kurz gearbeitet haben nach den aktuellsten Zahlen im August 51 700 Beschäftigte in 7800 Betrieben.

Die steigende Zahl der Betriebe in Kurzarbeit zeigt aus Sicht von Minister Buchholz, wie überlebenswichtig eine schnelle Auszahlung der Nothilfen durch den Bund ist. Er rief Unternehmen und Beschäftigte auf, Kurzarbeitszeit für Online-Qualifizierungen und Weiterbildungen zu nutzen. "Wir können jetzt die Basis legen, um im Laufe des nächsten Jahres wieder an den Aufschwung nach dem ersten Lockdown anknüpfen zu können."

Auffällig war im November ein klares Plus bei Einstellungen von Arbeitslosen. 5800 von ihnen kamen am sogenannten ersten Arbeitsmarkt unter, 10,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Besonders Verkäufer und Fahrer sowie Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten waren gefragt. Diese Branche habe offenkundig darauf gesetzt, dass der Teil-Lockdown nicht auch über Weihnachten und den Jahreswechsel anhalte, sagte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Wenn sich diese Hoffnung nun nicht erfülle, sollten die Unternehmen lieber Kurzarbeit anmelden als Mitarbeiter zu entlassen, appellierte Haupt-Koopmann. Sie verwies auch auf die Möglichkeit, Un- und Angelernte zu Fachkräften weiterzubilden.

Der zum Oktober deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Tourismusregionen Nordfriesland (plus 9,6 Prozent) und Ostholstein (7,8 Prozent) ist saisonal typisch. Er war aber geringer als 2019.

Die Personalnachfrage bewegt sich laut Arbeitsagentur weiter auf einem niedrigeren Niveau als 2019. Seit Jahresbeginn wurden 48 500 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, ein Minus von 19,2 Prozent. Der Rückgang betraf besonders die Zeitarbeit. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag nach den aktuellsten Zahlen vom September mit 1 023 600 um 0,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,8 Prozent weiter die niedrigste Arbeitslosenquote. Steinburg und Dithmarschen kommen mit 5,8 Prozent auf den höchsten Wert. Bei den kreisfreien Städten liegt die Quote zwischen 8,1 Prozent in Lübeck und 9,1 Prozent in Neumünster.

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