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Hamburg & Schleswig-Holstein Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein stark rückläufig

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit ist an einer Fassade angebracht. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

(Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild)

Der Frühling bringt in der Regel einen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt mit sich. In der Corona-Pandemie fällt er in diesem Jahr sogar besonders kräftig aus.

Kiel (dpa/lno) - Dank niedriger Coronazahlen und früher Lockerungen ist die Arbeitslosigkeit im Norden im Juni stark gesunken. "In Schleswig-Holstein hat der Arbeitsmarkt im Juni richtig Fahrt aufgenommen", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Mittwoch in Kiel. "Das zeigt nicht nur die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosenzahlen, sondern auch das deutliche Plus bei der Personalnachfrage." Eine Prognose wollte sie allerdings nicht abgeben. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, wie sehr die Delta-Virusvariante das Pandemiegeschehen bestimme, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Insgesamt waren im Juni 89.203 Frauen und Männer arbeitslos, 2840 oder 3,1 Prozent weniger als im Mai. Gemessen am Juni 2020 sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 7501 oder 7,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat bei 5,6 Prozent, nach 5,8 Prozent im Mai 2021 und 6,1 Prozent im Juni 2020. Noch eindrucksvoller sei der Vergleich mit der Vor-Corona-Zeit, sagte Koopmann. Gegenüber dem Schnitt der Jahre 2017 bis 2019 sei der monatliche Rückgang der Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch ausgefallen.

Maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung im Juni hatten Haupt-Koopmann zufolge die Lockerungen der Corona-Maßnahmen im nördlichsten Bundesland. Dort waren die Corona-Zahlen im bundesweiten Vergleich stets besonders niedrig. Daher konnte das Land zum Beispiel frühzeitig schrittweise für auswärtige Touristen öffnen, ab Mitte April zunächst in Modellregionen, seit Mitte Mai dann überall. Stichtag für die Erhebung der aktuellen Arbeitsmarktdaten war der 14. Juni.

"So haben die weiteren Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie dazu beigetragen, dass im Vergleich zum Vormonat Mai und zum Juni des Vorjahres deutlich mehr Arbeitslose eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt aufgenommen haben", sagte Haupt-Koopmann. "Gleichzeitig sind die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung ebenso im Vormonats- und im Vorjahresvergleich kräftig zurückgegangen." Dabei hätten junge Menschen unter 25 überproportional profitiert. Haupt-Koopmann lobte auch die "verantwortungsbewussten Unternehmen" in Schleswig-Holstein, die mit ausgiebiger Nutzung des Instruments Kurzarbeit in der Corona-Krise zusätzliche Massenarbeitslosigkeit verhindert hätten.

Wenige Wochen vor dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres appellierte die Regionalchefin der Arbeitsagentur an die Arbeitgeber, beim Thema Ausbildung trotz der pandemiebedingten Unwägbarkeiten nicht nachzulassen: "Da geht noch jede Menge am Ausbildungsmarkt", sagte sie der dpa. Immerhin sei in Schleswig-Holstein anders als in Hamburg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen stabil geblieben. "Wir alle wissen, dass Fachkräfte nach der Krise dringend benötigt werden", sagte Haupt-Koopmann und erinnerte an das Förderinstrument "Asaflex". Damit sollen junge Menschen eine Chance bekommen, die zum Beispiel wegen schulischer Qualifikationslücken auf den ersten Blick nicht den Erwartungen der Betriebe entsprächen.

Zudem winken Ausbildungsprämien. "Die Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau aufrechterhalten, können nun einen einmaligen Zuschuss von 4000 Euro erhalten", sagte der Staatssekretär im Kieler Arbeitsministerium, Thilo Rohlfs. "Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau sogar erhöhen, können einmalig 6000 Euro bekommen."

© dpa-infocom, dpa:210629-99-192856/4

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