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Hamburg & Schleswig-Holstein Aus für die Bäderbahn - Fünkchen Hoffnung bleibt

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bäderbahn von Bad Schwartau nach Scharbeutz wird stillgelegt. Dagegen gibt es Proteste - aber auch noch ein Fünkchen Hoffnung, sagt Staatssekretär von der Heide.

Kiel (dpa/lno) - Die sogenannte Bäderbahn zwischen Bad Schwartau und Scharbeutz im Kreis Ostholstein wird stillgelegt. Mit Fertigstellung der Schienenanbindung für den geplanten Ostseetunnel werde die Bäderbahn aufgegeben, sagte Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU) am Freitag in Kiel. "Das Festhalten an beiden Strecken würde ein zu großes Risiko für die Fehmarnbeltquerung bedeuten", sagte er. Als Beispiel nannte er das Risiko von Klagen auch gegen die Bäderbahn. Vor diesem Hintergrund hätten das Land, die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt beschlossen, die Bäderbahn aufzugeben, sagte von der Heide.

Dadurch verlieren die Gemeinden Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug und Sierksdorf ihre direkte Bahnanbindung. Ihre neuen Bahnhöfe liegen dann zum Teil mehrere Kilometer von den Orten entfernt. Die stark vom Tourismus geprägten Gemeinden befürchten dadurch einen Rückgang der Gästezahlen. Die "Lübecker Nachrichten" und der Norddeutsche Rundfunk berichteten am Freitag zuerst über die Entscheidung.

Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke (FDP), kündigte an, sich gegen die Entscheidung zu wehren. "Die Stilllegung wäre für uns eine absolute Katastrophe", sagte er am Freitag. "Wir werden die Grundlagen der Entscheidung prüfen und gegebenenfalls klagen", sagte er. Die anderen Gemeinden sind weniger stark betroffen. So wird sich der Bahnhof von Scharbeutz den Angaben zufolge nur um 800 Meter verschieben.

Doch nicht nur Touristen wären von der Stilllegung betroffen. "Auch Berufspendler sowie Schülerinnen und Schüler hätte dann Probleme", sagte die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth. "Viele von ihnen arbeiten in den Tourismusorten, können sich aber das teure Wohnen dort nicht leisten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind gute Verkehrsverbindungen extrem wichtig", sagte sie.

Kritik kommt auch aus der Politik. "In zehn Jahren wird man sich kopfschüttelnd fragen, wie man diese Strecke stilllegen konnte", sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Niclas Dürbrook. "Die Bäderbahn hat ein hohes Potenzial für den Ostseetourismus und ist wichtig für die Region", sagte Nelly Waldeck, die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion.

Die CDU im Landtag hält es zwar für richtig, sich auf die wichtige Hinterlandanbindung zu konzentrieren. "Der Versuch, die Bäderbahn zu realisieren, war dennoch gut und richtig", sagte Lukas Kilian für die CDU-Landtagsfraktion.

Ein Fünkchen Hoffnung bleibt den Gemeinden aber noch. Es gebe noch einen Bieter für die Bäderbahn, sagte von der Heide. Doch ob der zum Zuge komme, entscheide die Deutsche Bahn, sagte er.

Quelle: dpa

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