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Hamburg & Schleswig-Holstein Baby lebensgefährlich misshandelt: Prozess gegen Eltern

Das Amtsgericht Altona in Hamburg. Foto: Christophe Gateau/Archivbild

(Foto: Christophe Gateau/dpa)

Kaum auf der Welt, wird ein kleiner Junge in Hamburg-Eidelstedt Opfer schwerer Misshandlungen. Lebensgefährlich verletzt kommt er schließlich auf die Intensivstation. Jetzt beginnt der Strafprozess gegen die Eltern.

Hamburg (dpa/lno) - Wegen schwerer Misshandlung ihres Baby müssen sich am Dienstag zwei junge Eltern vor dem Amtsgericht Hamburg-Altona verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-jährigen Vater vor, seinen nur wenigen Wochen alten Sohn zwischen dem 25. Dezember 2018 und dem 12. Januar 2019 lebensgefährlich verletzt zu haben. Er habe den Brustkorb des schreienden Kindes zweimal nachts so fest zusammengedrückt, dass das Baby mehrere Rippenbrüche und eine Blutung in der Brusthöhle erlitt. Das Neugeborene schwebte in akuter Lebensgefahr und musste zehn Tage auf der Kinderintensivstation behandelt werden.

Zusammen mit seiner 20 Jahre alten Partnerin ist der Vater auch wegen gemeinschaftlicher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie vorsätzlicher Körperverletzung durch Unterlassen angeklagt. Die beiden Deutschen sollen ihr Kind in den ersten beiden Lebensmonaten nicht ausreichend mit Nahrung versorgt haben. Es habe zwischen dem 7. Dezember 2018 und dem 14. Januar 2019 nur um 160 Gramm an Gewicht zugenommen. Normal wäre etwa das Sechsfache gewesen. Die Eltern sollen das Baby in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Eidelstedt nicht angemessen gepflegt haben. Das Kind bekam den Angaben zufolge ein schmerzhaftes Ekzem und eine Pilzinfektion. Der kleine Junge lebe inzwischen in einer Pflegefamilie, sagte ein Gerichtssprecher.

Weil die Eltern noch unter 21 Jahre alt sind, findet der Prozess vor dem Jugendschöffengericht statt. Sollten sie nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, drohen ihnen nach Angaben des Sprechers Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Bei einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung nach Erwachsenenstrafrecht könnte der Vater bis zu zehn Jahre Haft bekommen. Das Gericht hat nur einen Verhandlungstag angesetzt.

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