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Hamburg & Schleswig-Holstein Brackmann rechnet mit Entscheidung über Marine-Schiff

Norbert Brackmann (CDU), Abgeordneter und maritimer Koordinator der Bundesregierung, gestikuliert. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

(Foto: Ralf Hirschberger/dpa)

Kiel (dpa/lno) - Die Entscheidung über den Bau des neuen Marine-Kampfschiffes "MKS 180" wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte fallen. "Geplant ist, eine Entscheidung noch in diesem Jahr zu treffen", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU), am Donnerstag am Rande des Maritimen Parlamentarischen Abends der Industrie- und Handelskammer in Kiel. Innerhalb des Vergabeverfahrens sei dafür "eigentlich alles vorgezeichnet".

Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) "können und dürfen die mittelständisch geprägten deutschen Werften nicht mit staatlich kontrollierten Großwerften aus dem Ausland konkurrieren". Durch Großprojekte wie "MKS 180" erwarte er mittelfristig eine Konsolidierung des deutschen Marineschiffbaus. "Dies ist gerade vor dem Hintergrund der europäischen Konkurrenzsituation geboten, auch mit Blick auf zukünftige europäische Großprojekte."

Im Rennen um den Auftrag zum Bau des "MKS 180" sind German Naval Yards in Kiel mit TKMS (ebenfalls Kiel) als Subunternehmen sowie die niederländische Werft Damen Shipyards federführend mit Blohm und Voss in Hamburg als Partner (gehört zur Lürssen Werftengruppe/Bremen). Die Kosten werden auf vier Milliarden Euro geschätzt. Die Auslieferung könnte 2027 mit jährlich einem Schiff starten.

"Kiel ist seit 150 Jahren ein wichtiger Marinewerft-Standort", sagte Brackmann. "Das gilt es zu erhalten." Das Mehrzweckkampfschiff 180 gilt als künftiges Flaggschiff der Marine. Es soll Ziele in der Luft, über und unter Wasser bekämpfen und zudem Kräfte für Landeinsätze führen können. Geplant sind vier Exemplare plus zwei als Option.

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