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Hamburg & Schleswig-Holstein Buchungslage zu Ostern noch verhalten: "Gäste sind unsicher"

Strandkörbe werfen am Abend lange Schatten auf den Strand an der Ostsee. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild)

Eigentlich sind die Osterferien für die Küstenorte die erste kleine Hochsaison. Doch in diesem Jahr ist vieles anders. Bislang weiß niemand, wann Hotels wieder öffnen. Auch Gäste sind verunsichert.

Lübeck(dpa/lno) - Gut einen Monat vor Beginn der Osterferien ist die Buchungslage in vielen Ferienorten an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins verhalten. Es sei noch völlig offen, ob und wann die Beherbergungsbetriebe wieder öffnen dürften, sagte die Sprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Manuela Schütze. Es gäbe aber zunehmend Anfragen, und einige beliebte Touristenorte seien bereits für das Frühjahr recht gut gebucht. Auch in Lübeck und Travemünde sind nach Angaben der Marketinggesellschaft LTM für Ostern und Pfingsten noch viele Quartiere frei. Aber der Wunsch der Menschen zu vereisen sei da, sagte LTM-Sprecherin Doris Schütz.

"Sobald das Reisen wieder möglich sein sollte, erwarten wir einen Buchungsboom", sagte Schütz. Aktuell seien die von der LTM vermittelten Quartiere zu Ostern in Lübeck zu rund 40 Prozent und in Travemünde zu rund 30 Prozent ausgelastet. Für Pfingsten lägen die Zahlen für Lübeck bei etwa 50 Prozent und für Travemünde bei rund 40 Prozent. "Bei den Buchungsanfragen besteht auf jeden Fall ein erhöhter Informationsbedarf zu den Stornobedingungen", sagte Schütz.

Nicht nur Urlauber, sondern auch Vermieter und Gastronomen an der Ostseeküste warteten auf ein Wiederanfahren des Tourismus. "Sie scharren sprichwörtlich mit den Hufen", sagte Doris Wilmer-Huperz von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. Bis dahin nutzten viele Betriebe die Zeit, um ihre bereits 2020 etablierten Hygienestandards auszubauen. "Dazu gehören zusätzliche Desinfektionsspender, Trennwände, Luftreiniger und sogar ein Ellenbogen-Türöffner, damit die Gäste künftig keine Türklinken mehr mit der Hand anfassen müssen", sagte Wilmer-Huperz.

Eine wichtige Rolle wird nach Meinung der Tourismusverantwortlichen das Thema Besucherlenkung spielen. "Wir arbeiten daran, das 2020 entwickelte Instrument des "Strandtickers" zu erweitern", sagte Wilmer-Huperz. Der "Strandticker" zeigt in Echtzeit im Internet an, wo Strandabschnitte überlastet sind. Er soll vor allem auch Tagesausflügler an weniger überlaufene Abschnitte lotsen.

Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sind solche Betretungsverbote vertretbar, wenn dadurch an einzelnen Orten Überlastungen verhindert werden können. "Was wir dagegen nicht wollen, ist, den Tagestourismus landesweit zu reglementieren", sagte er: "Wir wollen zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg keine Grenze errichten, die kaum zu kontrollieren sind."

© dpa-infocom, dpa:210227-99-615166/3

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