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Hamburg & Schleswig-Holstein Busse und Bahnen im ÖPNV fahren nach Warnstreiks wieder

Ein Demonstrant hat eine Warnweste mit der Aufschrift

(Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild)

In und um Hamburg sind seit Sonntagmorgen wieder Busse und U-Bahnen unterwegs. Zuvor hatte ein 24-stündiger Warnstreik für massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gesorgt. S-Bahnen fuhren aber auch am Samstag.

Hamburg (dpa/lno) - Nach einem ganztägigen Warnstreik rollt der öffentliche Nahverkehr wieder wie gewohnt durch Hamburg. Der Betrieb sei um 3.00 Uhr wieder aufgenommen worden, sagte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) am Sonntag. Es habe eine Weile gedauert, bis alle Linien wieder planmäßig gefahren seien. Auch die Busse und U-Bahnen der Hamburger Hochbahn sind seit Sonntagmorgen wieder unterwegs.

Laut VHH waren von dem Warnstreik der gesamte Hamburger Raum sowie die schleswig-holsteinischen Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Pinneberg und Segeberg betroffen. Ausgenommen waren die Betriebshöfe Ahrensburg, Rahlstedt und Ratzeburg, von denen aus die VHH-Tochtergesellschaften Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG), Orthmanns Reisedienst (ORD) und die Ratzeburg-Möllner Verkehrsbetriebe (RMBV) ihre Busse fahren lassen. Nicht betroffen von dem Warnstreik waren die Hamburger S-Bahnen und die Regionalbahnen.

Die Gewerkschaft Verdi wollte mit den Arbeitsniederlegungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die ihrerseits den Warnstreik mitten in der Corona-Pandemie als unverantwortlich kritisierten. Auf einem Transparent an einem Zaun des Betriebshofs Langenfelde der Hochbahn stand am Samstag zu lesen "Wir streiken für bessere Arbeitsbedingungen".

Vor der Corona-Pandemie beförderte alleine die Hochbahn an Werktagen etwa 1,2 Millionen Menschen, wie eine Sprecherin sagte. An Wochenenden sei die Zahl geringer. In den vergangenen Monaten hätten Busse und U-Bahnen coronabedingt in etwa 60 Prozent der sonst üblichen Passagiere befördert.

Es war bereits der zweite Warnstreiktag im öffentlichen Nahverkehr innerhalb weniger Wochen. Schon Mitte Oktober war der U-Bahn- und Busverkehr nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Nur die S- und Regionalbahnen waren nicht betroffen.

Verdi fordert für die rund 7000 Beschäftigten in Hamburg unter anderem Entlastungstage für Schichtarbeit, die Erfassung von Überstunden ab der ersten Minute bei Fahrzeugverspätungen und eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf neun Stunden. Zudem sollen Vor- und Nachbereitungsarbeiten als Arbeitszeit anerkannt werden. Die Hochbahn sprach von einem tragfähigen Angebot auf Basis des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Zudem habe das Unternehmen weitere Entlastungen der Mitarbeiter angeboten - beispielsweise zusätzliche freie Tage für Nachtarbeit.

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