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Hamburg & Schleswig-Holstein Corona-Ausbruch in Bar: Maskenpflicht für Kellner gefordert

Ein Schild mit dem Text

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Wie weit zieht der Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar seine Kreise? Noch steht nicht fest, wie viele der etwa 600 Gäste infiziert sind. Die Sozialbehörde rechnet erst in ein paar Tagen mit Zahlen. Unterdessen wird die generelle Maskenpflicht für Kellner gefordert.

Hamburg (dpa/lno) - Nach dem Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar sind die Gesundheitsämter weiter auf der Suche nach Betroffenen und deren Kontakten. Bislang sind aus dem Umfeld der Bar "Katze" acht Corona-Infektionen bekannt, wie eine Sprecherin der Sozialbehörde am Freitag in Hamburg sagte. Vier Infizierte gehören dem Bezirksamt Altona zufolge zum Personal der Bar im Hamburger Schanzenviertel. Auch aus dem Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) wurden Infektionsfälle mit Verbindungen zur "Katze" gemeldet.

Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg forderte mit Hinweis auf den Ausbruch eine generelle Maskenpflicht auch für die Angestellten. "Wir brauchen eine Maskenpflicht für Kellnerinnen und Kellner", sagte sie dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen (Donnerstagabend). Bis zu einer politischen Entscheidung und der entsprechenden Verordnung sollten die Mitarbeiter am besten freiwillig eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, mahnte sie.

Zuletzt waren die Behörden von rund 600 Betroffenen ausgegangen. 500 Menschen aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die die Bar "Katze" am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, waren bereits erreicht worden. Die anderen werden noch gesucht. Sie hatten falsche Kontaktdaten wie Darth Vader, Benjamin Blümchen und Lucky Luke angegeben und waren deshalb über die Medien gebeten worden, sich telefonisch zu melden.

Wie viele dem Aufruf bereits gefolgt sind, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Ein Sprecher des Bezirksamtes Altona sprach aber von "vielen Rückläufern". Er hoffe, dass dieser Fall auch zu einem Umdenken bei den Gästen führt, die sich bislang gar nicht oder falsch in die Listen eingetragen haben. "Das ist ja auch im eigenen Interesse. So ist man auf der sicheren Seite."

Neue Zahlen rund um den Ausbruch in der "Katze" wollen die Behörden erst nächste Woche veröffentlichen. "Wir lassen die Gesundheitsämter erstmal ihre Arbeit tun und die ganzen Kontakte nachvollziehen, und dann können wir am Montag mehr sagen", so die Sprecherin der Sozialbehörde.

Gäste, die Fantasienamen angegeben hatten, müssen der Sprecherin zufolge übrigens keine Strafen fürchten. Generell sei es im Bußgeldkatalog so geregelt, dass die Gastwirte die Kontaktdaten ordnungsgemäß erfassen müssen. Bei Verstoß drohe ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Ob das im Fall der "Katze" verhängt werden wird, werde derzeit noch geprüft.

Am vergangenen Wochenende waren dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der "Katze" bekanntgeworden. Der Betreiber hat die Bar in dem beliebten Szene- und Partyviertel laut Sozialbehörde freiwillig geschlossen. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen. Auf Instagram schreibt der Betreiber, dass er "noch stärker an unserem Hygienekonzept arbeiten" will.

Unterdessen sind die Fallzahlen in Hamburg weiter gestiegen - am Freitag wurden 65 neue Corona-Infektionen bekannt gegeben. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 7074 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert, wie die Gesundheitsbehörde im Internet mitteilte. Der Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" im Schanzenviertel wird sich der Sozialbehörde zufolge vermutlich erst in der kommenden Woche in den Zahlen niederschlagen.

Laut dem Kreis Pinneberg gab es auch dort neue Corona-Infektionen. "Einige davon haben auch eine Verbindung zu den jüngst bekannt gewordenen Infektionen rund um die Hamburger Schanzenbar "Katze"", hieß es in einer Mitteilung. Infektionsschutzleiterin Ulrike Evermann, rief zur Nutzung der Corona-Warn-App auf. "Auch, wenn die App nicht rot blinkt, aber vielleicht auf einen Risiko-Kontakt hinweist, ist das sehr ernst zu nehmen." In solchen Fällen sollte man zuhause bleiben und den Hausarzt oder das Gesundheitsamt informieren.

"Ebenso wichtig ist es natürlich auch, dass sich wirklich alle an die Schutzmaßnahmen halten und eben nicht auf engem Raum zusammenkommen und feiern", mahnte Landrat Oliver Stolz.

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