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Hamburg & Schleswig-Holstein Corona-Ausbruch in Pflegeheim: 88 von 118 Bewohnern krank

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In einem Hamburger Altenheim sind drei Viertel der Bewohner und gut ein Viertel des Personals an Corona erkrankt. Zehn Senioren sterben mit der Krankheit. Wie das Virus sich in der Einrichtung so stark ausbreiten konnte, wird nun untersucht.

Hamburg (dpa/lno) - In einem Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-Hamburg hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Seit Weihnachten haben sich in dem Altenheim 88 der 118 Bewohner mit dem Erreger angesteckt, sagte Geschäftsführer-Assistent Jan Hell am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Auch 26 der 96 Mitarbeiter wurden seitdem positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Zudem seien seither zehn infizierte Senioren gestorben. Die Hamburger Sozialbehörde bestätigte die Zahlen. Ob es sich bei dem Ausbruch um den bislang größten in einem Hamburger Pflegeheim handelte, konnte der Behördensprecher nicht sagen. Zuvor hatten die "Morgenpost" und die "Bild"-Zeitung berichtet.

Hell ging davon aus, dass in dem betroffenen Seniorenhaus Matthäus in Hamburg-Winterhude mittlerweile das Schlimmste überstanden ist. So hätten bereits 29 Bewohner die Infektion überstanden und würden nun als genesen gelten. Zudem seien 21 der positiv getesteten Mitarbeiter wieder im Dienst.

"Erfreulicherweise kann man sagen, dass beim letzten Test keine weiteren Infektionen dazu gekommen sind. Ich glaube, wir sind an dem Punkt, wo das fast überwunden ist." Besuche sind aufgrund der Corona-Infektionen in der Einrichtung derzeit nicht erlaubt. Wann das Gesundheitsamt das Verbot wieder aufheben wird, war zunächst unklar. Hell ging davon aus, dass in etwa zwei Wochen wieder Besucher reingelassen werden können.

Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, war zunächst unklar. Die erste Infektion war Hell zufolge am 25. Dezember festgestellt worden. Das Gesundheitsamt und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) seien gerade dabei, das zu erforschen. "Uns interessiert das natürlich auch brennend." Geimpft sind die Bewohner des Seniorenhauses bislang nicht. In Häusern mit Ausbruchsgeschehen darf Hell zufolge nicht gegen Corona geimpft werden. "Ich denke aber, die Bewohner werden in Kürze auch einen Impftermin bekommen."

Die Diakoniestiftung Alt-Hamburg betreibt elf Häuser mit etwa 1200 Bewohnern, die von 800 bis 900 Mitarbeitern betreut und gepflegt werden. Der Hamburger Sozialbehörde zufolge sind im vergangenen Jahr 403 Bewohnern von Hamburger Pflegeheimen mit SARS-CoV-2 gestorben, 190 waren es allein im Dezember.

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