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Hamburg & Schleswig-Holstein Corona-Krise zwingt zu alternativen Osterfeiern

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild

(Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild)

Keine Veranstaltungen, kein Gottesdienst in der Kirche, kein Urlaub im Hotel, Inseln tabu - das Coronavirus zwingt zu alternativen Osterfeiern. Ministerpräsident Günther appelliert an die Einsicht der Bürger. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln.

Kiel (dpa/lno) - Wie Menschen in aller Welt müssen auch die Schleswig-Holsteiner diese Ostertage unter ganz ungewöhnlichen Umständen begehen. Die gravierenden Einschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens gelten auch über das Fest hinaus bis zum Ende der Osterferien. Unmittelbar vor dem Fest rief Ministerpräsident Daniel Günther die Schleswig-Holsteiner auf, die strengen Verhaltensregeln gegen das neue Coronavirus zu befolgen.

Es gebe vorerst keine Lockerungen, sagte der CDU-Politiker in einer Videobotschaft. "Wir wollen, dass Sie Abstand halten", betonte Günther. "Wir wollen den Abstand von mindestens anderthalb Metern und bitte in der Öffentlichkeit mit maximal zwei Personen unterwegs sein. Das gilt explizit auch an Ostern."

Wegen der Pandemie dürfen keine Touristen in das Land einreisen. Schleswig-Holsteiner können Tagesausflüge machen. Ausgenommen sind Inseln und Halligen. Besitzer von Zweitwohnungen dürfen nicht dorthin fahren, um sie zu nutzen. Bis über Ostern hinaus gelten strenge Kontaktbegrenzungen; die Bildung größerer Gruppen ist untersagt.

An Familientreffen im privaten Raum dürfen maximal zehn Angehörige teilnehmen, sofern der Haushalt selbst nicht größer ist. Die Polizei kontrolliert auch über die Feiertage die Einhaltung der Vorschriften. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.

Die Polizei will ihre Präsenz erhöhen und zusätzliche Streifen auf den Straßen einsetzen. Das gilt besonders für Naherholungsgebiete, touristisch interessanten Ziele und die Übergänge zu den Inseln. Landespolizeidirektor Michael Wilksen stellte auch klar: "Die Polizei führt generell keine Kontrollen an Grenzen zu anderen Bundesländern durch."

Am vergangenen Wochenende hatte es besonders an der Hamburger Stadtgrenze Ärger wegen Kontrollen von Fußgängern und Radfahrern gegeben. Die Polizei werde wie bisher anlassbezogen, bürgerorientiert und mit Augenmaß agieren, sagte Wilksen. "Einzelne Fahrradfahrer und Fußgänger stehen dabei nicht im polizeilichen Fokus." Unzulässige Gruppenausflüge und durch hohes Personenaufkommen bedingte Distanzunterschreitungen würden aber konsequent unterbunden.

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